Abgeerntet

Jetzt ist es so weit. Die Felder auf den Fildern sind/werden jeden Tag leerer. Nein, es folgen jetzt keine Gedanken über zu viel Sonne und zu wenig Regen in diesem Jahr, nichts über die Ursachen darüber. Dies wurde und wird anderswo breit verhandelt, gemutmast, mit finanzieller Unterstützung ausgeglichen.

Abgeerntet steht der verbliebene Maisstummel da. Seine Wurzeln stecken noch im Boden, unsichtbar, die braucht man nicht. Der lange Stengel mit den Blättern und den Maiskolben sind weggebracht. Die Ernte ist eingefahren, um zu anderen Zeit als Futter bzw. Gelderwerb zu dienen.
Männerleben erzeugt im Laufe seiner Zeit ebenfalls Frucht in „Form“ von Kindern, guten und hilfreichen Beziehungen, Einkommen und Besitz, Ertrag im Beruf und Ehrenamt usw. Was bleibt am Ende davon übrig? Ein zerzauster Rest? Wohin geht „seine“ Lebens-Ernte, wer verbraucht diese und setzt sie hilfreich um zu neuem Zweck?
Männer – und vor allem christlich orientierte – sollen und dürfen keine Egomanen sein. Teilen und austeilen der Ernte ist angesagt. Zerzaust, einsam und alleine bleibt man dann nicht zurück, denn „das Glück liegt auf dem Rücken der guten Tat“ (H. Hesse). D. h.: Die für andere eingesetzte Lebenskraft und Lebenszeit wird von mir als sinnvoll empfunden, auch wenn die Ernte „damit weg“ ist.
Männer wissen aber auch, dass ihnen selber daraus etwas zusteht. In der letzten Zeit habe ich mehrer Benachrichtigungen über den unerwarteten Tod von mir bekannten Männern erhalten, die kurz vor – oder nach der beruflichen „Ernte“ (Ruhestand) verstorben sind. Sie haben dadurch diesen Teil ihrer eigenen Lebens-Ernte nicht mehr mitbekommen, sehr, sehr bedauerlich. Deshalb darf Mann nicht mit aller eigener Ernte warten bis zum Ruhestand.

Christen glauben und hoffen, dass sie irgendwann nicht zerzaust und abgeerntet im Nirwana herumstehen, sondern mit ihrer Lebensernte vor Gott, der ihnen dann zuspricht: Willkommen! Du warst im Leben und bist jetzt, von mir, zu mir, eingeladen.

Einen schönen Urlaub noch mit genügend Muse, sich an der Ernte dieses bisherigen Jahres zu erfreuen,

Stephan Burghardt

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