Advent ist – und es ist gut so.

Ich habe aufgehört mir allzu viele Vorsätze in Sachen Advent zu machen. Auf lange Sicht halte ich mir diese Wochen vor Weihnachten immer schön frei. Bei Terminplanungen achte ich darauf: Was geht noch im November? Und was hat noch Zeit bis Januar? Und doch erlebe ich jedes Jahr: Es wird trotzdem keine besonders besinnliche Zeit!
Ein bisschen liegt das sicher auch an der Großstadt, dem Büro an der Einkaufsstraße, dem Getriebe das dort herrscht. An der massiven Überfülle, die einem da entgegenquillt. Das steckt an. Und schreckt ab. Gleichzeitig. Und ein bisschen liegt es auch an Arbeiten, die um diese Jahreszeit immer anfallen: „Alle Jahre wieder“ sozusagen.
Voll wird mein Kalender in dieser Adventszeit auch durch eine anwachsende Fülle von schönen Sachen: Schöne Filme. Interessante Theateraufführungen. Besondere Konzerte. Die Adventsfeier mit den Kolleginnen und Kollegen. Und die im Verein. Letzte Treffen im Jahr mit Teams, mit denen ich das Jahr über zusammen gearbeitet habe, manchmal angereichert durch einen anschließenden Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt oder Kaffee mit Spekulatius. Nikolauspäckle an die Enkel verschicken.
Voll wird der Kalender auch durch Dinge, die ich gerne im alten Jahr noch fertig haben möchte. Darunter tauchen dann auch Vorhaben auf, die ich mir „in ruhigeren Zeiten mal genauer anschauen“ wollte: Fachzeitschriften, Veranstaltungsideen, Kunst- und Kulturprogramme an denen ich dann hängen bleibe. Plätzchen backen wäre noch toll! Und was Gutes kochen. Die Weihnachtstage planen. Mit und ohne Familie…

Ich schlafe gerne etwas mehr in der dunklen Jahreszeit. Wenn es geht, beginne ich morgens etwas später – oder ich gehe ganz früh zum Rorate-Gottesdienst mit anschließendem Frühstück. Dann noch nach ein paar Weihnachtsgeschenke ausdenken und besorgen, ein paar nette Leute besuchen oder einladen. Mit Leuten, die ich zufällig treffe etwas länger stehen bleiben und erzählen. Weihnachtsgrüße an wichtige Kooperationspartnerinnen und -partner schreiben und dabei an gemeinsame Projekte denken… Ich genieße diese Fülle, auch wenn ich manchmal fast darin untergehe. Die Menschen und Dinge, die meine Adventszeit voll machen, will ich alle nicht missen. Und ich mag sie nicht verschieben.
Und dann wird eine Kollegin krank – oder auch ich selber. Und schwupp geht’s rund. Dann wird’s eng und stressig.

Der Adventskranz ist für mich zu einem wichtigen Symbol geworden. In guten und in schlechten Zeiten. Er fängt einfach an. Egal, was los ist. Mit einer Kerze. Die leuchtet beim Frühstück. Oder auch mal abends. Erst nach einer Woche kommt eine zweite Kerze dazu. Schritt für Schritt. Ganz langsam, aber sehr verlässlich. Keine LED-Kaskaden. Ein Licht im Dunkel. Irgendwann dann drei, …

Es ist Advent. Und Weihnachten kommt. Auf jeden Fall!

 

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