Alle Jahre wieder …

„… kommt nicht nur das Christuskind / auf die Erde nieder / wo wir Menschen sind.“ Nein, auch ein anderer, persönlicher „Jahrestag“ (wenn man das denn so nennen will) stellt sich bei mir jedes Jahr um Weihnachten herum ein.
Denn alle Jahre wieder trifft mich dieser Moment kalt, weil irgendwie unerwartet, während ich das Autoradio einschalte (öfter) oder in der Küche das Mittagessen vorbereite (seltener): „Wonderful dream“ klingt es mir in diesen Momenten entgegen. Ein weihnachtlicher Chartbreaker, gesungen von Melanie Thornton. Mit dieser Sängerin und ihren Songs verbinden mich glückliche Monate, viele besondere Erlebnisse und nicht zuletzt der erste Kuss.
Unvergesslich ist mir in diesem Zusammenhang ihr letztes Interview, welches sie 2001 unmittelbar vor ihrem tragischen Flugzeug-Absturz in der Schweiz, gab. Angesichts von 9/11 sagte sie dem Interviewpartner:
„We all know that tomorrow is not promised, you know. It’s….we have to give the most that we possibly can and from all our gives and talents from god, and you know, whenever, whereever enjoy as much as we possibly can“. („Wir alle wissen, dass das Morgen nicht versprochen ist, nicht wahr. Es ist… wir müssen das Beste geben, was wir können und von allen unseren Gaben und Talenten von Gott, und Du weißt, wann immer, wo immer möglich, so viel Freude haben, wie wir nur können“).[4] (Quelle: wikipedia)
Als ich dieses Interview hörte war ich berührt von der Tiefe dieser Worte. Als ihr Tod in den Nachrichten vermeldet wurde, war ich es umso mehr: „Tomorrow is not promised …“ Wie recht sie leider behalten sollte!
Seither ist ihr Song für mich unlösbar mit diesem Statement verbunden. Es fordert mich heraus, den Augenblick zu genießen, statt nach unerreichbarer Perfektion in der Ehe, als Vater und als Angestellter zu streben. Es erinnert mich daran, wie klein und verletzlich mein Leben ist. Es erinnert mich daran, dass ich – auch in der Weihnachtszeit – von meinem Gott abhängig bin, der mich in seiner Hand hält. Und der vielleicht auch mit dem wenigen, was ich im Leben vorzuweisen habe, etwas anfangen kann, wenn ich es ihm zur Verfügung stelle.

Andreas Niepagen, Diakon Großbottwar

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Ein Kommentar zu Alle Jahre wieder …

  1. Ano Nym 20. Dezember 2017 um 10:35 #

    Danke für diese Gedanken

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