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Am Ende gibt es einen neuen Anfang

Männerrunde in gewohnter Weise. „Wie geht es dir gerade?“ ist immer wieder eine Startfrage um den Blick auf sich selbst zu lenken. Was liegt gerade an, was beschäftigt mich? Nach einiger Denkzeit kommen die verschiendensten Antworten.

Da wird mehrfach die Sehnsucht nach Ruhe genannt. Nichts tun müssen. Keine Verantwortung tragen. Nur selbst sein! Ob in einer entlegenen Berghütte, oder weit ab von aller Zivilisation an einem Natursee. Sich einfach einmal treiben lassen und in den Tag hinein leben dürfen.

Manche erzählen auch von einem Tunnel in dem sie sich befinden, oder gerade im Begriff sind einzufahren… In der Hoffnung auch das berühmte Licht am Ende zu sehen.

Ein Mann in unserer Runde hat sich bewußt zurück gehalten bis zum Schluß. Doch er möchte etwas sagen.“Ich habe Krebs – in zehn Tagen werde ich operiert!“

Das sitzt! Betroffenes Schweigen bei allen Männern. Wir sind durcheinander. Brauchen etwas Zeit um Gedanken und Worte wieder zu finden. Vorsichtig fragen wir nach und erfahren das eine oder andere Detail. Plötzlich sind alle hell wach. Eine diffuse Mischung aus Angst und Hilflosigkeit kommt in uns hoch. Der eine oder andere Mann erzählt von eigenen Erfahrungen. Manche wissen wie es ist, wenn auf einmal der Boden unter den Füssen weg ist. Wenn Angst und Warten auf Ergebnisse das Leben lähmen. Es tut gut, darüber zu sprechen und sich auszutauschen. Hoffnung zu geben. Da zu sein. Das Unfassbare miteinander zu halten. Gemeinsam hilflos zu sein. Wie mit einem unsichtbaren Band sind wir in diesem Moment miteinander verbunden.Wir sprechen über Leid, Sterben und Tod. Über Sinn und Sein. Wenn es um Alles geht, gibt es keine Tabus mehr! Offen, ehrlich, ernst, sachlich und doch auch empathisch und gefühlvoll. Anteil nehmen, hoffen, glauben und das Beste wünschen. So sind wir in diesem Moment miteinander unterwegs.

Viele von uns sind der Überzeugung, dass es mehr gibt als Ärzte und Prognosen, Wissenschaft und Operationstechniken. Wir fühlen uns auch gehalten und getragen und angenommen von Gott. Die Kraft des Gebetes ist für einige Männer eine echte und tragfähige Wahrheit. Ein intensiver Abend. Ich bin dankbar für den Mut und für die Offenheit unter uns Männern. Wir sind für einander da. Halten die Spannung und vertrauen Gott.

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