Auch Großväter sind wichtig

Es scheint nicht der Rede wert, wenn ein Mann Großvater wird bzw. ist. Über Väter und ihre Anliegen sowie über die Erwartungen an sie wird neuerdings dagegen in allen Medien berichtet. Über ihre Rolle wird viel nachgedacht. Auch die Politik hat sie inzwischen im Blick. Für die Großväter interessiert sich hingegen kaum jemand. Sie sind kein öffentliches Thema. Allerdings kommen sie immer wieder „zwischen den Zeilen“ vor. Zum Beispiel dann, wenn vermutet wird, dass heutigen Vätern gute Vorbilder zur eigenen Orientierung fehlen. Dass sich diese Großväter inzwischen möglicherweise verändert haben und heute intensivere Beziehungen zu ihren Enkeln aufbauen möchten, als es ihnen oft mit den eigenen Kindern möglich war, wird immerhin gelegentlich erwähnt.

Einige Stimmen verdeutlichen, wie solche Großväter sich und ihre Rolle erleben:

„Durch meine Enkelkinder spiegelt sich die eigene Kindheit und die Kindheit meiner drei Söhne in einem neuen Licht wieder.“

„Was mir am Großvatersein Spaß macht: Die Unbefangenheit und Neugier der Kinder, ihre Aufgeschlossenheit. Sie vertrauen dem Leben. Ihre Fröhlichkeit steckt mich an. Die Zeitvergessenheit, wenn ich mit ihnen spiele. Ihre Denkweise und Sichtweise kennen zu lernen. Ihre direkten Schlussfolgerungen sind oft von einer großen Tiefe. Sie verstehen schon so viel mit ihren fast vier und fünfeinhalb Jahren.“

„Ich spüre, wie ich mich lebendig halte, wenn ich mich in einer sinnvollen Aufgabe – nämlich Opa zu sein – regeneriere und dadurch mir selbst helfe.“

„Großvater sein zu dürfen ist ein unermessliches Geschenk mit einer Fülle von wunderbaren und ermunternden Aufgaben für mein eigenes Altern. Ja, in manchen Dingen entdecke ich mich vollkommen neu!“

„Was ich von meinen Enkelkindern lerne: Ihre Verletzlichkeit macht mich vorsichtig und hilft mir behutsam zu sein. Sie erinnern mich an die eigene Kindheit und helfen mir manches im Rückblick zu verstehen.“

„Großvater und Opa zu sein, das ist für mich so, wie in dem Zustand der Verbundenheit mit etwas Unermesslichem und Unzerstörbarem zu sein, mit etwas, das interessanterweise ich selbst bin, aber auch viel größer ist als ich und viel größer ist, als ich es mir je hätte vorstellen können.“

Der Einstiegstext und die Zitate in diesem Beitrag sind Auszüge aus der Broschüre „Großvater sein – eine unvergleichliche Lebensphase“. Entnommen wurde er mit freundlicher Genehmigung vom Herausgeber, der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die komplette Broschüre kann in der Fachstelle des emnw bestellt werden.

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