Barbarei gegen Christen – eine krasse Gegenbotschaft zu Weihnachten

So war neulich (Sa. 21.12.2016) in den Stuttgarter Nachrichten unter eben dieser Überschrift: „Barbarei gegen Christen“ zu lesen. Die Journalistin Birgit Cerha berichtete aus Bagdad, dass Christen im Mittleren Osten (Bagdad, Mosul, Kairo, Aleppo, Rakka etc.) durch den IS und andere, nicht organisierte fundamentalistische Moslems, schwerst gedemütigt und gefoltert werden, wenn sie und die dort noch wohnenden Juden das Schutzgeld „Jizya“, das laut Koran das Überleben dieser beiden Gruppen im Islamischen Umfeld (vielleicht) gewährleistet, nicht bezahlen.
Solch eine Nachricht ist für mich westlich und friedlich gesinnten Christenmann un-glaublich. Finsteres, gesellschaftspolitisches Mittelalter wird hier durch wort-wörtliche Auslegung des Koran von Männern praktiziert und religiös legitimiert. Seit 500 Jahren, seit Luthers Entdeckung  des persönlichen Glaubens und Gewissens wissen wir, dass glauben an Jesus Christus nie eigene, unmenschliche Handlungen legitimiert und deshalb verfolgen, foltern und töten, ohne Mitleid dem Menschlichen gegenüber uns verboten ist. „Barbarei“, laut Wikipedia der Ausdruck für „ungezügelte Rohheit“. Wie furchtbar – und wie machtlos sind wir hier, dies für unsere Glaubensbrüder und –schwestern zu verhindern, hier im Land der gesicherten Religionsfreiheit.
In ein paar Tagen ist Weihnachten. Das Leben Jesu begann damals, so wird uns berichtet, nicht einfach und bequem – und endete ebenfalls mit religiöser Barbarei. Das überlieferte „Kreuzige ihn“ aus religiöser Allmachts-Motivation, beendete sein irdisches Leben. Er wurde als guter, schuldloser Mensch und Gottessohn gekreuzigt. Heute werden, so ist in diesem Artikel auch zu lesen, in Städten und Regionen, wo diese muslimischen Schlächter die Macht haben, christliche Priester teilweise wie damals gekreuzigt. Die Parallele ist unverkennbar.
Barbarei ist kein Segenswort. Es ist das krasseste Gegenteil zur Weihnachtsbotschaft der Engel: „Friede auf Erden!“
Die Weihnachtsbotschaft will uns Männer erinnern, dass Friede und damit friedenstiftendes Handeln und Reden, die richtige Botschaft Gottes ist, die er in seiner Menschwerdung in Jesus Christus deutlich gemacht hat. Nicht zu den Waffen greifen, niemand den Krieg erklären, den anderen nicht als Feind oder Gegner sehen und hoffen dass die, die für uns dort dieser barbarischen Gewalt gewaltsam entgegentreten es nur tun, damit der Friede dort endlich einkehren kann. Mehr Friede in dieser Welt brauchen wir, mehr Weihnachtsbotschaft, damit die Barbarei gegen Christen (und Juden und alle die in Gefängnissen etc. darunter leiden) dort hoffentlich bald zu Ende ist.

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5 Kommentare zu Barbarei gegen Christen – eine krasse Gegenbotschaft zu Weihnachten

  1. Hans Kahlau
    Hans Kahlau 24. Dezember 2016 um 8:59 #

    Was ist die „richtige Botschaft“ Gottes? Vielleicht sollten wir da vom Dalai Lama lernen, der zu der Erkenntnis kommt: „Ethik ist wichtiger als Religion“. Ethik ist universell und etwas Angeborenes. in eine Religion werden wir sozialisiert. Bei ethischem Handeln gäbe es keine Barbarei – wohingegen Religionen (auch das Christentum) immer zur Barbarei neigen. Weil sie ihre Ansicht für die richtige halten – und damit alle anderen Ansichten bekämpfen müssen.

  2. Ulrich Thierhoff 29. Dezember 2016 um 1:51 #

    Lieber Hans,
    was die „richtige“ Botschaft Gottes ist, das ist in der Tat umstritten. Nicht nur zwischen den Religionen sondern auch innerhalb unserer eigenen Kirche.
    Doch mit der Ethik verhält es sich auch nicht anders. Auch wenn es ein Dalai Lama behauptet: eine universelle Ethik gibt es nicht. Und eine angeborene Ethik gibt es schon gar nicht!
    (Angeboren ist uns nur das Prinzip „Fressen oder gefressen werden.“)
    Ethiken gibt es wie Sand am Meer, unzählige Fragen sind umstritten. Populisten – nicht nur von Rechts – wollen uns immer wieder einreden, es sei ganz einfach zwischen Gut und Böse eine klare Grenze zu ziehen. Das ist es aber nicht. Schon die Interpretation der Zehn Gebote ist nicht einfach. Sie verändert sich (jedenfalls bei mir) von Jahrzehnt zu Jahrzehnt.
    Eine hohe, menschenwürdige Ethik zu erwerben, das ist ein mühsamer Prozess. Lebenslänglich!
    Herzliche Grüße
    Ulrich

  3. Hans Kahlau
    Hans Kahlau 30. Dezember 2016 um 13:43 #

    Lieber Ulrich,
    nein, uns ist nicht nur „Fressen und gefressen werden“ angeboren. Ich bin davon überzeugt – und die neuere Forschung bei Kleinkindern gibt mir recht: Ebenso angeboren ist uns auch Mitgefühl, Fürsorge etc. Beides gehört zum Menschsein. Es käme also darauf an, die gute Seite in uns zu pflegen und zu hegen. Zum Glück ist das Hirn ein plastisches Organ. Wir können deshalb viel bewegen (für den Frieden unter den Menschen), wenn wir die friedliebende Seite in uns stärken – die es meiner Meinung nach von Geburt an auch gibt (meine kleinen Enkelkinder zeigen es mir).
    Hans

  4. Ulrich Thierhoff 1. Januar 2017 um 9:26 #

    Lieber Hans,
    ja, das Hirn und auch die Seele sind entwicklungsfähig.
    Gott sei Dank!
    Es ist schön zu erleben, dass unsere Enkel schon früh Empathie erlernen, wenn sie liebevoll versorgt werden. Ich fürchte, dass Kinder die z.B im Trümmerhaufen von Aleppo geboren werden, dafür viel länger brauchen.
    Neugeborene haben erst einmal nur einen Saugreflex und posturale Reflexe, d.h. sie interessieren sich nur für die eigene Nahrung und Sicherheit.
    Und bei uns Erwachsenen sind diese Grundbedürfnisse immer noch die Basis der Bedürfnispyramide.
    „Erst kommt das Fressen und dann die Moral“ (B.Brecht)
    Das kann man auch als die Erbsünde bezeichnen.
    Um darüber hinaus zu wachsen bedarf es der Hilfe anderer (nicht nur der Eltern) und einer lebenslänglichen Anstrengung
    Herzliche Grüße
    Ulrich.

  5. Stephan Burghardt 3. Januar 2017 um 21:19 #

    Lieber Hans, lieber Ulrich,

    jetzt klinke ich mich mal wieder ein, aus dem Urlaub. Herzlichen Dank für eure ergänzenden Kommentare.
    Nein, ich würde Hans nicht zustimmen, so sehr er auch namhafte Menschen wie seinen Namensvetter Hans Küng auf seiner Seite hat, der von einem Weltethos schreibt und redet, ähnlich wie der Dalai Lama. Man muss meiner Meinung nach immer fragen: Welche Religion, welche Weltanschauung trägt deine Ethik? Woher kommt die Kraft für deine Ethik?
    Denn dass diese a priori genetisch da wäre, jedem Menschen von Geburt mitgegeben (auch ich habe Enkel und sie sind nicht von vorne rein friedlich zu ihren Geschwistern, wie zu beobachten ist) ist meiner Meinung nach nicht so. Die verschiedenen Kulturen heute und in der Vergangenheit haben teilweise je unterschiedliche, auch die Ethik in den Religionen ist es. Die Scharia ist neben einem Gesellschaftssystem auch eine Ethik. Und so werden die Menschen dann geprägt.
    Also: Was ist die im Hintergrund wirkende Kraft, eine gute Ethik ein Leben lang durch zu halten auch dann, wenn ich freiwillig den im Moment vermeintlich „Kürzeren“ ziehe? „Der Ehrliche ist der Dumme, wenn dich einer auf die rechte Backe schlägt, dann halte ihm auch die linke hin, wenn dich einer bittet, eine Meile mit zu gehen, dann gehe mit ihm zwei, was ihr getan habt einem meiner geringsten Brüder, es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt …“ wären Situationsbeschreibungen, die Kraft kosten, wie auch, Frieden üben und leben.
    Wo her kommt die Kraft? Nicht aus der reinen Menschlichkeit (sie gibt es nicht angeboren), denn dieser Mitmensch ist in diesen Moment ja mein „Gegner“.
    Nein, es braucht die Religion als Urgrund der Ethik, die den Nächsten als Gottes Geschöpft ansieht und ich diesem Gott verantwortlich bin, für diesen Nächsten (… das Gleichnis vom barmherzigen Samariter), jetzt in diesem konkreten Leben und auch dann nach meiner Zeit hier auf der Erde. Ich weiß, damit bin ich christlich sehr konservativ eingestellt. Dieser Glaube gibt Kraft in diesen Situationen auch mal den Kürzeren zu ziehen.
    Dass das Christentum in seiner 2000jährigen Geschichte nicht immer das beste Beispiel dafür abgegeben hat, ist leider so, und wir müssten uns dafür entschuldigen. Aber das Christentum hat auch im Gegenzug tausende gute Beispiele über die Jahrhunderte hinweg bis heute dafür geliefert. Und wird hoffentlich nie mehr Krieg aus Glaubensgründen führen, wie es im Mittelalter leider auch bei uns der Fall war.
    Dass in andere Religionen wie dem Islam die persönliche Verantwortlichkeit vor dem dortigen Gott Allah von manchen so verstanden wird, dass sie Christen töten müssen, um es ihm recht zu machen und dass sie von ihm dafür die nötige Kraft erhalten wenn sie es tun, ist die schreckliche Ironie der Religionsgeschichten. Meine Hoffnung ist, dass auch in jener Religion die bald das Sagen haben, die – wie Luther vor 500 Jahren bei uns – endlich eine tiefgreifende Reformation des Islam einleiten wollen.

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