Beziehungs-„Unfälle“…

Mit seinem Artikel „Auffahr-Unfall“ (2.2.2018) hat Stephan Burghardt ein wichtiges Thema angerissen. Ob in der Partnerschaft, mit Kollegen am Arbeitsplatz, mit Eltern, Kindern, Freunden, mit Gott, überall ist das Thema Beziehung präsent. Dabei scheint unter anderem der richtige „Abstand“ zum Anderen oft entscheidend zu sein.  Stephan schreibt von „Dichte“, vom „Bedrängen“ und entstehenden Beziehungs-Schäden. Kleine Rückblende:

Wir werden als Menschen geboren und sind auf Beziehung angewiesen und angelegt. Jeder von uns kennt das. Mit weiterer Entwicklung, beginnen wir Jungs (die Mädchen auch) die Welt zu entdecken. Aus der sicheren Bindung zu einer wohlwollenden Bezugsperson, geht es hinaus. Krabbeln, Laufen, Spielplatz, Fahrrad, Roller, Auto, Motorrad… Das Streben nach Selbständigkeit, nach Autonomie ist ebenfalls in uns angelegt und wichtig. Die Bindungsforschung beschäftigt sich mit diesem wichtigen Zusammenspiel, von Nähe und Distanz, Bindung und Autonomie, Dichte und Abstand. Im Kindesalter werden diese „Beziehungsmuster“ mehr oder weniger angelegt.

Wie bin ich nun als Mann gerade unterwegs? Das wäre ein möglicher Schritt, mir selbst ein wenig auf die Spur zu kommen. Suche ich gerade die Nähe des Partners, oder eher den Abstand? Weshalb reagiere ich gerade jetzt, in dieser oder jener Situation, so? Mir geht es nicht darum alles ergründen zu wollen. Doch wenn ich bei mir ein „Muster“ erkenne, habe ich die Freiheit, mich auch einmal ganz bewusst anders zu verhalten. Da könnten sich neue Chancen ergeben, die auch unsere Partnerschaften beleben könnten. Sensibilität gegennüber mir selbst und meinem Partner ist ein möglicher Weg. Denn, wie geht es denn meinem Gegenüber gerade in einer gespannten Situation? Auf welchem Weg ist sie/er  unterwegs? Wir leben ständig in diesem Feld von Nähe und Distanz. Selbst im Geschäftsleben, kann ein Gespräch bezüglich dieser Nähe/Distanz manchmal interessante Ergebnisse bringen und mehr gegenseitiges Verständnis.

Es geht nicht darum sich für eine Ecke zu entscheiden, sondern um dieses „Spiel“ der Positionen zu wissen. Wohin wir jeweils vielleicht einen stärkeren oder schwächeren Zug haben, liegt oft in unseren frühen Kindheitserfahrungen begründet. Je nach Situationen verändern sich unsere Positionen. Manchmal sogar schlagartig. Eine gewisse Sensibilität und Entspannung zugleich, könnte Eskalationen vermeiden helfen. Wenn es dann nur bei „Blechschäden“ bleibt und nicht zum „Totalschaden“ kommt, haben wir gewonnen! Lasst uns über dieses Thema reden, es lohnt sich!

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