Tilman-kl

Corona positiv!

Bei allen Härten, Bedrohungen und Gefahren, die mit den Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie verbunden sind, bin ich für einiges, was in diesen Tagen passiert dankbar und ich freue ich mich darüber,

  • dass ich viel mehr Kontakte und Gespräche mit Menschen in meinem Wohngebiet habe, denn viele haben mehr Zeit. Und ich auch.
  • dass die meisten Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, die ich kenne, die Zeit, die sie sie zuhause und mit ihren Müttern und Vätern haben, sehr genießen. Enkel- und Nachbarkinder wirken auf mich sehr aufgeräumt, entspannt, spiel- und kontaktfreudig.
  • dass ich viele Väter mit ihren Kindern draußen in der Natur, im Wald und auf der Straße beim Spielen, Radeln und Wandern treffe. Das tut den Kindern und den Vätern gut!
  • dass viel Nachdenken darüber begonnen hat, wie wir die Menschen in unserer Nähe, Geschäfte, Handwerksbetriebe und Gasthäuser vor Ort und die regionale Wirtschaft wirkungsvoll unterstützen können. Denn auf die sind wir angewiesen – und die auf uns.
  • dass Hetze und Hektik in manchen Bereichen unseres persönlichen und des öffentlichen Lebens weniger geworden sind.
  • dass öfter Zeit ist für ein kurzes Gespräch, („Wie geht’s Dir?“ oder „Wie kommen Sie mit dieser Zeit klar?“), für manches Lächeln (auch unter der Schutzmaske) und Humor, z.B. in der Schlange vor dem Lebensmittelmarkt, der „Maultaschen im Sonderangebot“ anbietet.
  • als ein befreundeter Sozialarbeiter erzählt, dass seiner Beobachtung nach auch viele prekäre Familien enger zusammengerückt sind, einander beistehen und ungewöhnliche Kräfte entwickeln, der Krise zu begegnen.
  • dass viele, z.B. Künstlerinnen und Künstler, mutig und offensiv auf die existenzbedrohende Krise reagieren, ihre Fähigkeiten spielen lassen, wo es eben möglich ist und ihre Mitmenschen, also uns, mit in ihr Spiel einbeziehen.
  • dass die Zwangsprostitution verboten ist, und viele der Unfreiheit gehaltenen und ausgenutzten Frauen eine Pause haben.
  • dass über Monate hinweg, aufgrund des reduzierten Flug- und Autoverkehrs, erheblich weniger CO 2 und andere Schadstoffe in die Atmosphäre gelangen, und so die vielfach geschundene Erde etwas durchatmen kann.
  • dass viel Vorsicht und Rücksicht im Umgang miteinander an die Tagesordnung gelangt ist, an Stelle von Ellenbogen und Kämpfen um die Pole-Position.
  • Dass mit dem Abstand-halten-müssen die nahen Dinge an Bedeutung gewinnen, zum Beispiel Ausflugs- und Urlaubsziele.

So wird die Krise auch zu einer Einladung des Lebens an uns Menschen, über manches, was sich in unserer Kultur etabliert hat, nachzudenken, und einige Dinge im Leben künftig anders zu machen.

Es wird nicht jeder so wahrnehmen – aber darin liegt ein Segen!

 

Tilman Kugler

 

 

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