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Nein, es ist nicht das, was Sie vielleicht denken – weder ein Geheimcode noch irgendeine Serien-Nummer. Es ist bzw. war ganz einfach der Deutsche Evang. Kirchentag 2015 in Stuttgart, und der Platz, an dem ich mich befand, war der Cannstatter Wasen, auf dem Markt der Möglichkeiten, Zelthalle 5, Stand B10 und B12. Der eher unüblich aussehende Stand der Kirchlichen Männerarbeit in Württemberg, als „Boxenstopp“ aufgebaut und dekoriert (siehe Foto), fiel nicht nur mir sofort auf. Hier hatte ich an drei Tagen jeweils einen halben Tag die ehrenamtliche Aufgabe übernommen, interessierten Männern an einem Terminal die beiden Websites des emnw zu zeigen und darüber mit ihnen ins Gespräch zu kommen – oder auch umgekehrt.

Meine Erlebnisse am Stand und im Gespräch mit Männern waren sehr unterschiedlich, eben wie es die Menschen auch sind. So hat sich ein Mann total darüber gefreut, dass wir den Namen Männersegen gewählt und für eine Website – auch inhaltlich – genommen haben. Nach einem sehr netten Gespräch mit einem anderen Mann verabschiedete er sich dankend per Handschlag, welch eine freundliche Art! Ein anderer Mann war wohl in einem Art Tunnel, als ich ihn ansprach, er übersah mich schlichtweg. Oder eine knurrige Antwort auf meine Frage, ob ich ihm etwas schenken dürfe, war: „Nein, ich will nichts geschenkt haben“. Mir kam unwillkürlich die Frage in den Sinn, ob er sich alles erarbeiten muss, vielleicht sogar „im Schweiße seines Angesichts“? Eine sonderbare Begegnung fand mit einer Frau mit französischem Akzent statt. Sie schoss entrüstet und voller Energie auf mich zu und baffte mich an, es wäre eine Schande, dass hier Männer seien. Ich war zunächst überrascht und bevor ich sie fragen konnte, was sie damit meinte, war sie schon wieder abgedüst. Was wohl dahinter stecken mag an Lebenserfahrungen, wenn ein Mensch so agieren muss?

Eine interessante Begegnung gab es mit einem älteren Herrn von knapp 90 Jahren. Er sagte, er käme aus Kiew (Hauptstadt der Ukraine) – und wollte nach einigen freundlichen Worten schon weiter gehen. Meine Neugier war jedoch geweckt und so erfuhr ich aus meiner „Befragung“, dass er mit 15 Jahren nach Hitler-Deutschland verschleppt und zur Zwangsarbeit gezwungen wurde. Er musste täglich 10 Stunden in der Landwirtschaft arbeiten und das über Jahre hinweg. Ich drückte ihm meine Freude darüber aus, dass er dennoch Deutschland wieder besucht hätte – und, wie ich den Eindruck hatte, ohne Groll. Er meinte abschließend, das Deutschland von heute sei ein freies Land und hätte sich total zum Positiven geändert.

Übrigens: Die Hitze dieser drei Tage und die Sauna in der Halle habe ich recht gut überstanden.

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