Deutscher Evangelischer Kirchentag 2015 – ein Spotlight …

Gesucht habe ich beim Kirchentag die Nähe von Menschen mit Güte, von Menschen mit „Herzensweisheit“, wie es im Eröffnungsgottesdienst hieß, von Menschen mit Verstand , der aus Verständnis und ihrem Glauben erwächst. Wollte die Gunst der Stunde nutzen und Eintauchen in das ganze Geschehen.
Gesucht aber auch Eindrücke von Menschen, deren Name ich von Buchrücken kenne, etwa den Benediktiner Anselm Grün, oder vom Fernsehen, wie den Atomphysiker und Philosophen Harald Lesch. Gesucht Anregungen und Klärungen zu bestimmten Themen die mich beschäftigen, wie z.B. Gemeindeentwicklung oder gesellschaftlich brisante Fragen. Etwa, welche Chancen /Risiken sich bei der heute möglichen erheblichen Eingriffstiefe in die Gene von Mikroorganismen, Pflanze, Tier und Mensch ergeben.  Es gab allgemein ein hohes Interesse an dem Thema. „Wir schaffen das – Leben aus den Labors der Synthetischen Biologie“ füllte nahezu zwei Drittel der Porsche Arena. Der Besuch dürfte sich für die meisten gelohnt haben, fachkundige Moderation, gut verständliche und unaufgeregte Darlegung der Gegebenheiten seitens der geladenen WissenschaftlerInnen.

Bleiben wir beim hohen Interesse. „Von weisen Narren und alten Toren – Der schöpferische Umgang mit dem Leben im Alter“. Dass Anselm Grün, Ingrid Riedel, Wolfgang Thierse und Fulbert Steffensky viele Menschen anlocken würden, hatte ich vermutet, dass aber der Hegelsaal der Liederhalle (1900 Plätze) bereits eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn bis auf den letzten Stuhl besetzt sein würde und viele vor den Türen noch vergeblich auf Einlass hofften, davon war ich dann doch überrascht. Mich hatte vor allem Anselm Grün angelockt, aber nach Hause habe ich dann einen anderen menschlichen Schatz getragen. Es war Fulbert Steffensky, der mich sehr berührt hat. Ich war stark beeindruckt von der tiefen Lebens-und Glaubensklugheit und wie er sie vermittelt hat. Nicht weniger beeindruckt war ich in einer anderen Veranstaltung „Gemeinde vielfältig und dynamisch – Wie geht lokale Kirchenentwicklung ?“ (Pauluskirche, Zuffenhausen) . Dort war es der junge blinde Diakon Martin Wirth aus Göttingen. Er trug seine Überzeugungen mit wunderbarer Klarheit der Gedanken und mit höchster, eindringlicher Glaubwürdigkeit vor. Ich war so beeindruckt, dass ich ein Tag später im Internet nach Zeitungsartikel über ihn gesucht habe. Und es zeigte sich , dass ein ganz besonderer Werdegang hinter der besonderen Ausstrahlung steht. Wie drei seiner Geschwister mit einer Erbkrankheit belastet, schließt er trotz erheblicher Sehbehinderung ein Studium als Diplom-Biologe ab. Während eines später folgenden Theologiestudiums erblindet er völlig, was ihn nicht hindert auch hier mit dem Diplom abzuschließen und eine Ausbildung zum Diakon zu absolvieren. Bleibt noch die Familiengründung zu erwähnen und dass er sich über drei eigene Kinder freuen kann. „Jeder ist gesendet“ sagt er im Blick auf die Taufwürde.

Soviel als winziger Einblick in das segensreiche Großereignis.

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