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Durchhänger…

Schlaff, müde, unmotiviert… Decke d´rüber. Wer kennt das nicht? Sich nicht aufraffen können. Die Power ist wie weggeblasen, keine Ahnung wohin.

Liegt das vielleicht am Wetter, geht’s mir nicht gut, habe ich mir etwas „eingefangen“? Doch da ist noch so ein kleiner Gedanke, der mir nicht ganz so leicht fällt.

Obwohl es recht offensichtlich ist. Ich gehe auf die sechzig zu. Na ja, Männer über fünfzig. Wir werden deutlich besungen. Was wird denn so von mir erwartet und was erwarte ich denn selbst von mir? Energie ohne Ende, Kondition wie ein „Junger“, Muskeln wie aus dem Katalog? Immer fit, gut d´rauf, für alles eine Lösung parat…?

Seit vielen Jahren spiele ich so meine Rollen. Im Job, in der Familie, in meiner Freizeit, mit meinen Kumpels, beim Kontakt mit den Nachbarn… Ist mir der „Stoff“ ausgegangen, drehe ich mich im Kreise und wiederhole mich laufend? Es ist so viel passiert in den letzten Jahren. Wer bin ich denn als Mann? Wer bin ich denn selbst? Was will ich noch, was kann ich noch, was geht noch? So alt wie ich jetzt bin war ich noch nie. Da gibt es keinen „Vorsprung“. Da gibt es ganz sicher noch das eine oder andere zu entdecken. Stelle ich mir vor. Meine Sehnsucht nach Erholungsphasen wächst. Nach NICHTS-TUN-MÜSSEN.

Kann ich mir es überhaupt „leisten“ durch zu hängen? Wem kann ich das denn überhaupt sagen? Dem Arzt meines Vertrauens könnte ich ja mal eine Andeutung machen, oder? Da er noch den Zusatz Androloge ( Männerkundler ) hat, wäre das doch der richtige Mann. Vielleicht mit ein paar Hormonen regeln? Etwas Testosteron nehmen und dann bin ich wieder frisch!? Ich kann mit dem Doktor reden. Er schaut mich an und meint dann, ich solle mir das Geld für Hormonstatus und Sonstiges schenken. „Freunden sie sich mit ihrem Älterwerden an“! Ohne große Umschweife, ohne Diskussion. Seine Antwort ist deutlich. Er ist in meiner Altersklasse und ich glaube ihm.

Als „Junior“ gehe ich schon lange nicht mehr durch. Und ein Seniorenteller beim Essen, ist auch genug. Habe ich schon probiert. Also anpacken! Bewusst, spüren, sensibel werden im Umgang mit mir. Mir Auszeiten nehmen, meinen Gedanken freien Lauf lassen. Phantasieren, träumen, experimentieren… Mir selbst mit Respekt, Würde und Gelassenheit begegnen. Mich in die Hängematte legen. Das Durchhängen wörtlich nehmen. Schaukeln, den Wolken zusehen, dem Schattenspiel der Blätter. Wer weiß, was dabei tief in mir wachsen möchte?

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