Eine stürmische Bootsfahrt

Gemütlich schaukelt das Ruderboot über den See. Endlich haben die Fahrgäste Zeit, sich in aller Ruhe zu unterhalten. Die Sonne scheint, das Wasser ist ruhig und der Wind ist still. Kurze Zeit später sieht alles ganz anders aus: Fallwinde brechen über das Boot herein. Es beginnt heftig zu schaukeln, die Luft wird kühl, Wasser dringt in das Boot. Ungemütlich wird die Fahrt. Wie aus heiterem Himmel hat sich die Situation total verändert. „Wir schaffen das nie!“, rufen die Männer irgendwann wild durcheinander. „Wir gehen unter!“ Der Sturm ist zu stark, die Wellen sind zu hoch und die Angst grenzenlos. „Wo ist eigentlich Jesus“ fragen sich die Freunde von Jesus.

Wo ist Jesus? Die ängstlichen Männer trauen ihren Augen nicht. Jesus liegt hinten im Boot – und schläft. „Habt ihr denn keinen Glauben?“, wendet sich Jesus an seine Jünger. Wenn Jesus mit im Boot ist, kann es doch niemals untergehen! Das haben die Freunde von Jesus vergessen. Sie sehen nur auf die hohen Wellen. Sie sehen nicht auf Jesus.

Worauf sehen Sie, wenn Sie nach den Sommerferien und dem Urlaub wieder zur Arbeitsstelle zurückkehren? Denken Sie an Berge voller Arbeit, an den Stapel mit Post oder an das volle Eingangsfach Ihrer Mails? Dieser Blick kann blockieren und entmutigen. Machen Sie es doch wie die Jünger: Jesus suchen und auf ihn schauen. Wechseln Sie die Perspektive!
Jesus verschont uns nicht vor hohen Wellen und kräftigen Stürmen. Aber er verlässt uns darin nicht, auch wenn es drunter und drüber geht. Er hat versprochen bei uns zu sein. „Ich bin bei dir!“, das gilt. Bitten wir ihn im Gebet, dass er uns auch dann Kraft und Gelassenheit gibt, wenn alles zu viel ist/wird.
P.S. Falls Sie in der Nähe einer Kirche wohnen oder arbeiten: Das Läuten der Kirchenglocken im Laufe des Tages erinnert uns daran, dass Gott da ist. Eigentlich ein guter Anlass, kurz inne zu halten und die Arbeit vor allem in „stürmischen Zeiten“ kurz zu unterbrechen und zu beten: „Ich hebe meine Augen auf zu dir, der du im Himmel thronst“. (Ps. 123)

Ich wünsche Ihnen einen guten und gelingenden Start nach der Urlaubszeit.

Pfarrer Johannes Hruby,
Balingen-Ostdorf und Bezirksmännerpfarrer Dekanat Balingen

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