Fridays for future: Sind wir bei „Matthäi am Letzten“?

Wovor haben wir eigentlich Angst, wenn freitags die Jugend dieser Welt auf die Straße geht und ihre Zukunft einfordert? Ist es der Verlust von Komfort oder Arbeitsplätzen? Schon vor 40 Jahren haben wir als Jugendliche ähnliche Fragen diskutiert. Allerdings lag damals diese Zukunft noch jenseits unseres Horizontes. Nun ist sie eingetreten, sogar wissenschaftlich unterfüttert.

Was also tun als Männer, als Christen? Wir können übers Schule schwänzen diskutieren oder über die Marotten einer 16-Jährigen. Oder unsere Schäfchen ins Trockene bringen und uns darüber freuen, uns doch in relativer Sicherheit zu befinden. Zumindest in unseren Breitengraden. Wir können diese Riesenaufgabe weiterdelegieren an diejenigen, die das Sagen und die Macht haben. Aber ob dies „erfolgreich“ funktioniert, vor allem ohne ein globales Miteinander? Was meinen Sie als Männer bzw. als Väter dazu? Diskutieren Sie den 20.9.2019? Ist dieser Fragenkomplex Thema in Ihrer Familie? An Ihrem Stammtisch? In Ihren Vereinen? Werden Sie als Vater von Ihren eigenen Kindern/Jugendlichen „in Frage gestellt“ und wie geht es Ihnen dabei?

Es geht hier nicht um richtig oder falsch. Was mir aber deutlich erscheint ist die Dringlichkeit des Problems, weil wir offensichtlich bei „Matthäi am Letzten“ angelangt sind. Da sollten wir nicht gegen die Jugend, sondern mit ihr um globale Lösungsansätze einstehen, und zwar alle Nationen. Die Aussichtslosigkeit eines weltweiten Miteinanders  macht mir da fast am meisten Sorge.

 „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“, so heißt der letzte Satz beim Evangelisten Matthäus. Mit diesen Worten schickt Jesus seine Jünger in die Welt. Was auch kommen mag: Lasst euch nicht entmutigen! Habt keine Angst vor der Zukunft, sondern packt sie frohgemut an! Wenn das mal nicht ein großes Versprechen ist.

Bei „Matthäi am Letzten“ sind wir also längst nicht am Ende angelangt, sondern im Gegenteil: Wir werden ermutigt uns auf Gottes Dabeisein und seinen Segen einzulassen. Vielleicht kann uns dieser Zuspruchm zu mehr Miteinander motivieren.

Burkhard Rink, Bezirksmännerpfarrer im Dekanat Ulm

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2 Kommentare zu Fridays for future: Sind wir bei „Matthäi am Letzten“?

  1. Avatar
    Tilman Kugler 20. September 2019 um 10:20 #

    Danke, Burghard, für dieses Statement.
    Ich stimme Dir zu, und denke, wir können nicht warten, bis die Politik alles richtig macht. Natürlich müssen wir uns dafür auch einsetzen.
    Aber daneben sollten wir einfach anfangen, „die Welt zu retten“. Und andere dabei mitnehmen.

    Also:
    – Flüge bleiben lassen, wenn es möglich ist
    – Weniger Auto fahren
    – Dafür mehr mit Bus, Bahnen, zu Fuß und mit dem Rad
    – Weniger Fleisch essen
    – Kritischer konsumieren – und auf Müll, Herkunft, Produktionsweise achten
    – Sparsamer Wohnen und Heizen, wenn es möglich ist
    – …

    Nicht alles auf einmal, aber entschieden in eine gute Richtung!

    Auch wenn es manche nicht mehr hören wollen. Nur so wir es gehen.

  2. Avatar
    Hermann Meister 26. September 2019 um 12:29 #

    Guter Beitrag,

    ernst und doch hoffnungsvoll.
    Gut, wenn man glauben kann.

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