trump

God bless America

Schlimme Befürchtungen wurden zur Gewissheit: Donald Trump wird Amerikas neuer Präsident. Ob dieser Mann ein Segen für sein Land und die Welt sein wird, darf bezweifelt werden. Zu viel Unsinn hat er im Wahlkampf verbreitet. Ein Sprücheklopfer, Populist, gewaltverherrlichender Rassist und Sexist als mächtigster Mann des Planeten? Gruseliger hätte es kurz nach Halloween nicht kommen können.
Und doch müssen wir nun damit umgehen lernen. In vielen Kommentaren zur Wahl wird zurecht danach gefragt, in welchem Zustand eigenlich Amerika, ja die Demokratie als Ganzes, ist. Und es wird meist der Bogen nach Europa – zur Wiege der Demokratie – gespannt. Denn auch hier sind ja die Populisten, Spalter, Vereinfacher im Vormarsch und präsentieren sich, nach dem sie erst Ängste geschürt haben, sodann als „Heilsbringer“.
Mit Trump umgehen heißt für mich: Hier in Deutschland, in meinem Umfeld, künftig noch klarer einzustehen für kulturelle Vielfalt, religiöse Offenheit, zwischenmenschlichen Zusammenhalt, Gewaltlosigkeit und Versöhnung. Es wird auch bedeuten, mich stärker einzumischen, wenn Menschen wegen ihrer Herkunft, ihres sozialen Status oder ihres Geschlechts diskriminiert und benachteiligt werden.
Es spricht Bände, dass uns ausgerechnet eine türkischstämmige Frau, die baden-württembergische Landtagspräsidentin Muhterem Aras, in diesen Tagen daran erinnert, dass wir mit unserem Grundgesetz „eine der besten, vielleicht sogar die beste Verfassung der Welt haben“. Im zurückliegenden Landtagswahlkampf sei ihr bewusst geworden, dass viele Menschen die materiellen und immateriellen Errungenschaften der Demokratie nicht schätzten, sagt Aras. Sie will daher die Bürger mit einer Kampagne zu den Grundwerten aufrütteln. Mich hat sie bereits mit der Ankündigung aufgerüttelt. Und der Erfolg des Herrn Trump tut ein Übriges. Wenn derart rüpelhafte Attacken und dumpfe Parolen, wie die Trumps (und die seiner „Nach-Trumpeter“ in Europa) nicht länger bei so vielen Mitbürgern derart verfangen sollen, dann ist tatsächlich eine Rückbesinnung auf die demokratischen und christlichen Werte bei jedem von uns angesagt. Da hat Frau Aras meinen „Männersegen“. Eine Kampagne ist möglicherweise fällig. Aber noch wirkungsvoller wäre eine klare Werte-Position jedes Einzelnen von uns im Alltag. Und auch das mutige Vorleben eines anderen Männerbildes – das eines für sein Umfeld wahrhaft segensreichen Mannes!

Wie gefällt Ihnen dieser Beitrag?

  • Sehr gut (0)
  • Gut (0)
  • Geht so (0)
  • Gar nicht (0)

Ein Kommentar zu God bless America

  1. Ulf von Quillfeldt 9. November 2016 um 15:17 #

    Makaber anmutendes „Kasperle-Theater“. Fälschlicherweise Wahlkampf genannt, Politik gerinnt zur Possenreißerei, zum schmierigen Unterhaltungsklamauk übelster Sorte. Ausdruck der vielzitierten Politikverdrossenheit?
    Jedenfalls möchte ich hier mithelfen solchen Entwicklungen entgegenzuwirken. Deshalb habe ich mich mit anderen engagierten Menschen als Multiplikator für die nächste Runde Stuttgarter Bürgerhaushalt werben lassen. Bürgerhaushalt, eine niedrigschwellige Möglichkeit der Mitbeteiligung, Mitgestaltung im kommunalen Nahbereich. Mitmachen, sich einsetzen, verschiedene Optionen mit abwägen , sich an der einer fairer, transparenten Auseinandersetzung beteiligen. Unsere hochwertige Verfassung dadurch ehren. Mit dem gemeinsamen Bestreben Lebensverhältnisse konkret zu verbessern. Und dabei lernen, dass in unserer vielschichtigen Welt Lösungen nicht so einfach aus der Hosentasche zu schütteln sind. Einfach sind die Lösungen nur nach dem fünften Bier am Stammtisch. Kleine, überlegte Schritte sind angesagt, gewiss doch, kleine Schritte sind es. Aber besser ein kleines Licht anzünden, als die große Dunkelheit zu beklagen!

Schreibe einen Kommentar