Jesus = sich mit Leidenschaft hingeben

„Jesu, deine Passion, will ich jetzt bedenken“…  Ist dies für uns Männer heute noch ein Thema, eine Aufgabe, eine Verpflichtung? Sich ab jetzt extra Zeit zu nehmen, um dem eigenen Glauben innerlich nach zu spüren, um die eigene Überzeugungen nach außen erkennbar werden zu lassen, nach dem Vorbild Jesu? Verfolgte Christen (bzw. anders Gläubige als das Umfeld in dem sie leben) gibt es in vielen Staaten dieser Welt. Jesus war es zu seiner Zeit teilweise auch – davon handelt dieses Lied aus dem Evang. Gesangbuch, Nr. 88, von Sigmund von Birken, 1663 getextet, in der Zeit des sog. 30-jährigen Krieges, in dem die Katholische Habsburgische Liga gegen die Protestantischen Truppen (und umgekehrt) in Europa wüteten. Wäre es damals (oder heute) angesichts der Gefahr nicht besser gewesen, sich innerlich um zu orientieren, sich los zu sagen von seinem Glauben, zu fliehen, um hoffentlich wo anders Aufnahme zu finden? Jesus deine Passion bis zum Tode am Kreuz – war für S. von Birken Vorbild für sein Lied und Hilfe für seine eigene Situation ca. 1600 Jahre später. Lesen Sie doch einmal Text nach, auch wenn er mittelalterlich klingt?
Für wen oder was hatte Jesus Christus sich denn leidenschaftlich hingegeben? Die biblisch, theologische Antwort ist: Für unsere Schuld und für die Versöhnung der ganzen Menschheit mit Gott. Jan Hus, Petrus Waldes, Michael Servet und viele, viele andere (auch viele Frauen) haben vor ca. 600 Jahren diese Passion Jesu – teilweise bis hin zum Scheiterhaufen – als Vorbild für ihren eigenen Weg gesehen. Wir in der BRD haben zum Glück heute die Religionsfreiheit!
Jesus, für was hatte er sich leidenschaftlich hingegeben vor seinem Tod? Für was trat er leidenschaftlich ein – vor theologischen Schriftgelehrten und säkularen Gebietesherrschern, vor großen Menschenmengen und vor vielen Männern seiner Zeit? Seine Leidenschaft galt der Menschlichkeit, dem gelingenden Leben, der Heilung aus Krankheit bei körperlicher und seelischer Not. Seine Leidenschaft galt der Verlebendigung der „Kirche“ und des heiligen Kultus von damals. Er brannt für sein über-menschliches Evangelium. Er sagte die Leben-froh-machende-Botschaft Gottes weiter an die, die sie brauchten und hören wollten. Dies war damals nicht „Mainstream“ und ist es heute auch nicht mehr. Schade auch.

„Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken …“ ein Spruch für glauende Männer heute in der jetzt angebrochenen Passionszeit? Ja! Aber: Nicht durch Trauer, Niedergeschlagenheit oder durch das Tragen von schwarzer Kleidung bis Ostern soll dies geschehen. Diese drei ist angesagt von Gründonnerstag bis „Ostersamstag“. Bis dahin aber ist es für die vor uns liegenden 37 Tage richtiger, der anderen Passion (= Leidenschaft) Jesu zu leben, wo immer es geht (siehe Absatz drüber).
„Zeig dich – 7 Wochen ohne kneifen“ ist der Titel der diesjährigen Passions(Fasten)idee. Wie passend! Start war am 14.2.2018. Näheres unter: www.7wochenohne.evangelisch.de

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Ein Kommentar zu Jesus = sich mit Leidenschaft hingeben

  1. Norbert Lurz 25. Februar 2018 um 10:32 #

    Danke für die guten Worte!

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