Kraftort Natur

Wald tut Männern gut. Wälder sind Orte der Sehnsucht. Für mich ist der Wald ein Stück Heimat, Herkunft und Zukunft, vor allem seit ich und meine Familie eine einjährige Auszeit in Kanada erlebte. Der Horizont wird weit, der Puls geht runter und das Herz öffnet sich, denn: Du nimmst dich neu wahr als Geschöpf in einer Schöpfung die einlädt, nach dem Schöpfer zu fragen. Eine Erfahrung, nach der sich viele Männer sehnen. Wenn der Lärm verebbt, Mann Zeit hat und die Kraft der Nacht und der Natur zunimmt wird erfahrbar: Wer raus geht, kommt anders zurück: gesund, gelassen und gesegnet. Denn die wilde Natur hält uns in vielem einen Spiegel vor.

Mit einfachsten Mitteln ist diese Sehnsucht umsetzbar (Isomatte, Schlafsack, Vesper und Getränk genügen), in unmittelbarer Nähe zum Alltag, sozusagen vor der Haustür. Draußen in der Weite der Natur sich eine (R)Auszeit nehmen, die sich jeder „leisten“ kann. Eine Nacht unter dem Sternenhimmel verbringen,  ggf. alleine, wenn man dazu den Mut hat.

Am 1. April 2018 empfing ein Schneesturm unsere kleine Gruppe die der Einladung zur „Draußennacht am Osterfeuer“ auf die Schwäbische Alb bei Tieringen mutig gefolgt war, um uns selber und Gott (neu) zu begegnen. Der Kälte haben wir an diesem Abend mit einer Wanderung getrotzt. Das prasselnde Osterfeuer hinterließ eine Glut, die uns gewärmt und dem Stockbrot die nötige Bräune gegeben hat. Unter tausenden Sternen gab es gute Gespräche und später, trotz mondheller Nacht, auch einige Stunden Schlaf.
Am Morgen, mit einem dampfenden „Guten-Morgen-Kaffee“ in der Tasse, sieht die Welt dann anders aus. Als die Vögel den neuen Tag einstimmen und die Sonne glutrot aufgeht ist das ein österlicher Morgen, der uns alle mit Dank erfüllt. Das Leben siegt! Wir sehen, hören und schmecken es mit allen Sinnen.
Damit stehen wir in einer guten geistlichen Tradition: Mose, Elia, Jesus, Franz von Assisi oder Hildegard von Bingen sind bekannte Beispiele dafür, dass Menschen bewusst in die Natur gehen, um Stärke, Klarheit und Gottes Nähe zu suchen und zu finden. Wäre dies nicht auch etwas für Sie als Mann?

Olaf Hofmann, Diakon. Seit 1. Januar 2018 mit 50 % im Projekt „Natur & Spiritualität“ im Kirchenbezirk Balingen angestellt und mit 50% bei Freizeit und Tourismus, Missionarische Dienste, Birkach.

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Ein Kommentar zu Kraftort Natur

  1. Matthias 2. Mai 2018 um 11:17 #

    Danke, Olaf, für diese Zeilen! Die Natur steht jedem offen, ich empfinde sie als wohltuenden Ausgleich zur Schreibtischarbeit. Ein Waldspaziergang, bei dem ich die Bäume, die Vögel und das Licht wahrnehme, entspannt mich und ich komme verändert zurück: ruhiger, gelassener, manchmal aber auch mit neuen kreativen Ideen. Einfach mal ausprobieren. 🙂

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