Made in China / Made in Germany

Das wäre er gewesen, am nächsten Samstag, der 29. Stuttgarter Männertag – leider abgesagt – wegen eines Ereignisses Ende letzten Jahres im fernen Wuhan in China. Eigentlich unglaublich dieser Zusammenhang. Und doch wieder auch nicht.

Neulich im Baumarkt: Dutzende nagelneue, blaue Heimwerkermaschinen aller Art auf einer Palette aufgetürmt: maki.. – Made in China. Beim Blick auf das Konkurrenzmodell eines großen deutschen Herstellers mit 5 Buchstaben teilweise auch: Made in China. Mein Fahrrad hatte letzte Woche einen Platten. Aufdruck auf dem Schlauch eines internationalen Reifenherstellers mit C: Made in China. Die Reißnägel mit dem weißen Kunststoffkopf, gekauft hier in meinem Dorf in einem kleinen Laden: Made in China. Fast alle weltweit vertriebenen Reisesouveniers, die meisten Fotovoltaikkollektoren auf unseren Dächern und die Litium(auto)batterien in vielen unserer neuen E-Autos: Made in China, usw. usw. China ist Weltmarktführer, keine Frage, auch durch den Einkauf/Verkauf von deutschen Firmen an sie. An China kommt man nicht mehr vorbei, sei es im Guten oder im Schlechten.
Es sind/waren vor allem auch wir Männer in leitenden Positonen, die diese globale Verlagerung in den fernen Osten zugelassen, gewollt, gefördert und veranlasst haben – von der viele (nicht alle) bisher auch profitieren.
Jetzt also die Absage und der Ausfall des Stuttgarter Männertages – Made in China. Schade drum! Aber anders wäre es unverantwortlich gewesen und zwischenzeitlich auch verboten.

Ein Workshop des Männertages hätte den Titel gehabt: „Krisen gut und ehrlich bewältigen“, in der Vorausplanung natürlich nicht auf diese aktuelle Krise bezogen. Wenn wir diese hinter uns haben – und wir sollten Gott dafür um seine Mithilfe bitten – muss genau dies folgen: eine gute und ehrliche Bewältigung, denn wir haben die „Kosten“ menschlich, ökonomisch, ökologisch, die gewaltigen Abhängigkeiten der damit einhergehenden Globalisierung etc. so nicht geahnt und bedacht. Höher, weiter, schneller, billiger und damit mehr Luxus für viele – ein unsichtbarer Nanovirus – Made in China – zeigt uns jetzt, „wo der Hammer hängt“. Gnadenlos und schrecklich für viele Tausende weltweit.

„Weniger ist mehr“. Ein Logo von Brot für die Welt aus dem Jahre 1983, damals im Blick auf unsere westlichen Essgewohnheiten erdacht, gehört hervorgeholt und umgesetzt in unser aller Denken, handeln, konsumieren, fertigen, wirtschaften und globalisieren, wollen wir diese Krise wirklich „gut und ehrlich“ aufarbeiten.

Männer, wir stehen an einer Zäsur des gesamten Zusammen-Lebens auf dieser Erde. Lasst uns „endlich ehrlich LEBEN!“ Vielleicht gibt es dazu viele private „Männertage“ am Samstag, den 28.3.2020, allein in Gedanken und/oder Taten oder auch zu  zweit auf Abstand. Dies ist erlaubt.

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