Wie Männer ihr Leben aufs Papier bringen können, kann man(n) in einer Schreibwerkstatt lernen!

Männerbiografien: „Das Leben – des Schreibens wert!“

so der Titel der ganztägigen Männer-Biografie-Schreibwerkstatt, die kürzlich in Stuttgart-Mitte stattgefunden hat. Die Ausschreibung des Evangelischen Männer-Netzwerkes Württemberg (emnw) hatte 15 interessierte Männer zusammengebracht. Als Landespfarrer Markus Herb, neben Werner Kollmer und Gerd Sander, einer der drei Seminarleiter mit den Worten eröffnete „Möglicherweise ist dieses Seminar, in dieser Form, bislang einzigartig…“ dachte ich für mich: „Na, das ist vielleicht doch etwas hoch gezielt.“ Als aber im Abschluss-Blitzlicht ein Teilnehmer meinte: “ Für mich war das heute so etwas wie eine Sternstunde!“, musste ich zugeben, dass die selbstbewusste Ankündigung so falsch nicht war. In der Sozialen Arbeit ist viel davon die Rede, dass Angebote möglichst „maßgeschneidert“ sein sollten. Und genau dieses kam mir unmittelbar nach dem Seminar in den Sinn. Dem Leitungs-Trio ist eine solche Maßarbeit ganz hervorragend gelungen. Warum ich dies herausstelle? Bereits die Einstiegsübungen machten deutlich, dass die 15 Männer denkbar weit auseinanderliegende Dinge, sowohl die Inhalte, als auch die Form betreffend, mitgebracht hatten. Die einen wollen mehr über ihre frühe Kindheit , wenn nicht gar der vorgeburtlichen Zeit, etwa über Interviews in der Familie, in Erfahrung bringen. Andere wollen Selbstauskunft an ihre Enkel, etwa in Briefen, geben. Einer will ein „Dunkelfeld“ seiner Jugendzeit beleuchten. Bis hin zu einem Großprojekt eines Entwicklungsromans, in dessen noch zu entwickelnde Figuren autobiografische Erlebnisse mit eingewoben werden sollen. Zeithorizont: zwei Jahre. Die einen wollen zur Selbstklärung schreiben, andere für nahe Angehörige, wieder andere erwägen eine Veröffentlichung. Durch geeignete Methoden hindurchgeschleust, im Wechsel für die Gesamtgruppe, Vertiefung in Kleingruppen, konnten die Teilnehmer zunehmend Klarheit über ihre Schreibabsichten, Motive und Ziele gewinnen. Gerne aufgenommen wurden zusätzliche Inputs, etwa die Vorstellung von Möglichkeiten mit zeitlich unaufwendigen, kreativen Schreibformen, um Themen zu fokussieren oder auch assoziativ auszudehnen. Sehr aufschlussreich ein Input in Dialogform, bei dem Autor Günter Thumm Einblick gab in seinen persönlichen Weg zum Schreiben und den technischen Möglichkeiten, kostengünstig kleine Auflagen zu realisieren (z.B. Books on Demand). Und dass schreibend die Möglichkeit besteht Beschränkungen der eigenen Realität fantasievoll zu überschreiten, zeigte er anhand seines jüngsten Buch: „Eriks Begegnungen. Die Seelenverwandschaft“(2015). Am Ende des Tages waren alle mit dem Ertrag hoch zufrieden. Zwei Folgetermine wurden verabredet, an denen Zwischenergebnisse ausgetauscht werden und besprochen werden können. Ich schließe mit: „zur Nachahmung sehr zu empfehlen“ – der persönliche Gewinn ist hoch.

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