„Mein Männerglaube – Der Rede Wert“

GlaubensbioDie Ausschreibung der Biografiewerkstatt in Stift Urach kündigte an: „Glaube wandelt sich im Laufe des Lebens. Wir übernehmen Vorgegebenes, reiben uns daran, verabschieden uns, suchen eigene Wege und geben den erlittenen und erworbenen Glauben weiter. Neben Enttäuschungen und Verletzungen werden Spuren des Ewigen, Segenslinien und Hoffnungshorizonte sichtbar“. 11 Männer fanden sich dazu ein, um sich gemeinsam auf Spurensuche zu begeben.
Der erste Schritt:  „Im Fluss der Glaubensüberlieferung“ zunächst die Vergegenwärtigung des persönlichen Erbes der Kindheit und Jugend betrachten. Nicht selten belastend, von strengem einengendem Gottesbild geprägt, bei anderen hingegen Freiheit und stärkende Gottesvorstellungen.
Der zweite Schritt: „Die Verwaltung und Umformung dieses Erbes in der Gegenwart des Erwachsenen.  „Mein Glaube ist für mich wie … Zu meinem Glauben gehört…“ Für mich war dies eines der Höhepunkte. Bilder wurden nach und nach an die Pinwand geheftet und die Gruppe suchte den Sinngehalt zu ergründen. Was bedeutet der umgefallene Wegweiser in der Bildmitte? Was bedeutet es, dass ein breiter Fluss und eine breite Straße diagonal das Bild in zwei Bereiche unterteilt? … Eine große Vielfalt wurde sichtbar. Die gemeinsame Arbeit an den Bildern war derart spannend, dass die Abendeinheit zeitlich weit überzogen wurde.
Der dritte Schritt: Welche Perspektiven erwachsen für mich daraus für die Zukunft? „Was geht durch uns weiter?“
Zentrales Ereignis des zweiten Tages : das Abendmahl. Jeder Mann wurde ermuntert dafür ein Gebet zu formulieren und dann vorzutragen. Markus Herb, scheidender Landesmännerpfarrer, erläuterte, welche Bandbreite ein Gebet haben kann. Von Lobpreisung und Dank bis hin zu zorniger Anklage. Hier (nächster Absatz) ist das Gebet eines Zweiflers, eines Suchenden wiedergegeben, weil es für die Offenheit der Bekundungen steht, die von allen Teilnehmern als ausgesprochen wohltuend und befreiend empfunden wurden. Für dieses Offen-zu-sich-stehen-können wurde durchweg große Dankbarkeit empfunden.
Das Gebet: „Also für den Fall, dass es dich gibt: Einerseits mein Dank an Dich, für die vielen Fragen, die ich mir wegen Dir gestellt habe und mit denen ich wohl&übel ein ganzes Leben lang herumschlagen muss. Die Fragen haben meinen Geist lebendig gehalten und mir eine fortwährende Gefühls-Gymnastik auferlegt. Andererseits hätte ich allerdings nichts dagegen gehabt, wenn Du mir mein Leben etwas erleichtert hättest…“

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