Der Bamberger Reiter im Dom zu Bamberg sagt dem Betrachter: Mensch, erkenne deine Würde!

„Mensch, erkenne deine Würde“

Besuch beim Bamberger Reiter

Sommerzeit ist Reisezeit. Eines meiner Sommerziele war in diesem Jahr Bamberg. Hoch über der schönen Regnitz-Stadt trohnt der Kaiserdom. Zu den Sehenswürdigkeiten in diesem gut 1000 Jahre alten spätromanisch-frühgotischen Gotteshaus gehören nicht nur ein Kaisergrab (von Heinrich II.), herrliche Altäre von Riemenschneider und Veit-Stoss. Vor allem der „Bamberger Reiter“ ist sehenswert. Er wurde 1235 von einem unbekannen Meister geschaffen. Unklar ist auch, wen diese steinerne Reiterfigur eigentlich darstellen soll. Die Meinungen gehen von Stephan von Ungarn , Konrad III., Konstantin den Großen oder einem der Heiligen Drei Könige bis zur Symbolfigur des mittelalterlichen Ritters schlechthin weit auseinander.

Unstrittig und unübersehbar, ja unmittelbar spürbar aber ist die Aussagekraft dieser Figur, die auch mich schnell ergriffen hat: Die edle Gestalt des Pferdes und die königliche Haltung des Reiters, der unbewaffnet, in vornehmem Gewand und erhobenen Haupts mit verhaltenem Zügel in das Heiligtum einreitet, hier anhält und mit weitem Blick den Hochaltar des Westchors zu suchen scheint – diese Gestalt führt mir eindrücklich die Würde des Menschen vor Augen. In einer kleinen Broschüre zum Dom fand ich passend zu meinen Empfindungen diesen Text:

Reiter,

wer bist du?

Warum hältst du an?

Wohin hältst du Ausschau?

Wir wissen es nicht.

Aber du bist ausgestattet mit Würde,

ein königlicher Reiter, ein königlicher Mensch.

Wir alle sind berufen, Könige zu sein:

Mensch, erkenne deine Würde.

(Textquelle: Broschüre „Der Bamberger Dom – Schätze des Glaubens“)

 Vom „Bamberger Reiter“ kann ich lernen, meiner Würde als Mensch und Mann stets Ausdruck zu verleihen. Einer Würde, die völlig unabhängig ist von allem, was in meinem Leben war oder gerade geschieht, was ich erlebe oder manchmal auch erdulde! Ich erfahre von dieser Figur, was Aufgerichtetheit, eine aufrechte Haltung und auch was gesunder männlicher Stolz (im Sinne von männlicher, königlicher Würde) bedeuten können.

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