Mit warmer Hand

Mit warmer Hand…

Da hat doch dieser Vater schon zu Lebzeiten das „Erbe“ verteilt. Der Sohn, voller Ideen und Phantasien wollte es so. Ich als Vater würde da schwer diskutieren. „Was hast du vor, was willst du mit dem Geld machen…?“ Das wären nur einige Fragen, die ich meiner Tochter, meinem Sohn, stellen würde. Und dann bräuchte ich Bedenkzeit, müsste Nächte darüber schlafen oder schlaflos verbringen. Bisher haben meine Kinder mich mit solch einem „Wunsch“ (noch) nicht konfrontiert. Könnte ich ihnen vielleicht zuvor kommen? Merke, wie ich gerade „ein Fass aufgemacht“ habe und mir viele Gedanken durch den Kopf gehen:

Riesen Chance! Für eine junge Frau, einen jungen Mann, voller Tatendrang und mit Abenteuerlust ausgestattet, ist eine stattliche Summe eine Herausforderung, denke ich. Was könnten sie alles aus ihrem Leben machen? Welchen Spaß, welche Genüsse, Reiseziele und Entwicklungen wären möglich? Soweit einige Gedanken eines fast 60 jährigen Vaters. Ganz sicher hat so ein junger Mensch noch viele andere Ideen und Träume.

Ich liebe meine Tochter und meinen Sohn! Sie sollen es doch besser haben als ich früher. Also, weshalb warten, warum nicht jetzt mit „warmer Hand geben“, wie der Volksmund sagt? Oder traue ich meiner eigenen Kindererziehung nicht so ganz? Kann ich vorhersehen, was meine Kinder mit ihrem „Erbe“ machen würden? Immer wieder gibt es  Berichte von angeblich glücklichen Geldgewinnern, die nicht gut ausgehen. Da scheint doch ein gewisses Risiko zu bestehen. Auf der anderen Seite, wenn ich etwas verschenke, dann habe ich doch mit diesem Geschenk nichts mehr zu tun! So sind z.B. die € 50,- zum Geburtstag weg. Was der Beschenkte damit macht geht mich doch wirklich nichts mehr an. Geschenkt ist geschenkt!

Geld verdirbt den Charakter! Ob das bei meinen Kindern auch so wäre? Und wenn sie sich damit einen Traum verwirklichen würden? Wie immer der auch aussehen würde? Habe ich da als „Sponsor“ ein Mitspracherecht? Taucht da vielleicht meine eigene Biographie auf, mit inneren Sätzen, wie z.B. „…mir wurde auch nichts geschenkt?“ Und dann steht da noch auf einmal das Thema „Loslassen“ im Raum. Mein Loslassen. Was wollte ich denn alles machen, als ich jung war? Und jetzt, schließlich geht in meinem Alter doch auch noch was, oder? Könnte ich meinen Kindern nicht eine andere Chance mitgeben? Ihnen ein Stück davon geben, was ich mir als junger Mann gewünscht hätte? Vielleicht wäre meine „Freigiebigkeit“ auch für mich selbst eine Art „Abenteuer“, oder?

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