Ohne Segen – kein Leben

„Ich mach es selber“, ein Motto das viele Männer in sich tragen. Vielleicht schon von ihrer Schulzeit an. Manche, sicher nicht alle, glänzten dort mit guten Leistungen. Im Unterricht aufmerksam, im Selbststudium eifrig. Mann läßt sich nichts schenken. Weder die Noten in der Schule, noch den Abschluss im Studium und schon gar nicht den Erfolg im Beruf. Klar kann man dann auch auf seine Leistung stolz sein, keine Frage. Jeder ist seines eigenes Glückes Schmied, oder?
Kann man als Mann wirklich alles selber machen? Kann man sein Lebensglück wirklich selber schmieden? Ich meine nicht. Auch wenn ich vieles für mein Glück beitragen oder es auch verhindern kann – machen dass es dann auch wird, kann ich letzlich nicht. Das verrät schon unsere deutsche Sprache. Denn wir reden von „Glück haben“ und nicht vom „Glück machen“. Ob ich Glück habe, hängt also von Anderen und von Anderem ab, von mir nicht beeinflussbaren Ereignissen, Faktoren oder Entscheidungen. Welchen Einfluss haben wir auf unsere Gene, unseren IQ, unsere strebsame Persönlichkeit, unsere Lehrer, die offenen Türen im Leben? Was kann ich letztlich dafür, von Grund auf gesund und leistungsfähig zu sein?
Klar, die einem sich bietenden Chancen muss man nutzen. Ich kann jedem nur raten, mit den eigenen Möglichkeiten zu wuchern und durch offene Türen zu gehen. Aber: Machbar sind sie nicht, die Erfolge, die Gesundheit, die Zufriedenheit.
Was bleibt, wenn die Kraft, der Erfolg und die Karriere wegbricht? Glückliches Leben ist dann trotzdem noch möglich. Es muss dann vielleicht neu entdeckt werden. Vielleicht ist es gut, sich ab und zu an das alte Sprichwort zu erinnern: „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ Ohne Segen kann man materiell reich und innerlich arm sein. Mit Segen kann man äußerlich bedürftig und innerlich satt sein. Es zeigt sich: Der Segen Gottes lässt sich nicht einfach am Wohlstand und Status ablesen. Das Leben an sich, die Leistungsfähigkeit und die Lebenschancen sind Geschenke. Geschenke Gottes. Sie sehen bei jedem anders aus. Diese Segensgaben Gottes sollen aber nicht zu Hochmut, sondern zur Dankbarkeit und Demut „Es ist nicht nur meine Leistung“ führen. Wer erkennt, dass man eben doch nicht alleine seines „Glückes Schmied“ ist, kann aussteigen aus dem Hamsterrad es selber machen zu müssen und vielleicht genau damit Glück und Zufriedenheit erfahren. Vielleicht erfährt Mann im Vertrauen auf den segnenden Gott eine ganz neue, unerwartete Lebensqualität. Ich meine, Mann kann mit diesem Vertrauens-Segen ganz gut leben.

Friedemann Heinritz, Diakon

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