Ohnmacht – Wut – Trauer

Ohnmacht_Wut_Trauer  Morde in Nizza. Bin völlig durcheinander. Unfassbar! Das kann doch nicht sein! NEIN! Schreie laut, wehre mich innerlich gegen dieses Ereignis! Raufe mir die Haare! Das schafft mich! Weine Tränen der Ohnmacht, Wut und Trauer. Fühle mich zutiefst verbunden mit den Menschen die mitten im Leid stecken. Versuche in schwache Worte zu fassen wie es mir gerade geht. Mein Blick geht zum Himmel und ich sehe eine Schwarm Tauben. Friedenstauben, denke ich. Sie nehmen meine Ohnmacht, meine Wut, meine Seelennot mit. Weit hinauf in den Himmel. Dort wo alles einen guten Platz hat, denke ich. Langsam werde ich ruhiger. Stehe auf, gehe ein Stück. Auf einer Wiese ziehe ich Schuhe und Socken aus. Spüre die Erde direkt unter mir.

Das tut mir gut. Nehme mich neu wahr, fühle, wie das Leben zurück kommt. Sanfter, ruhiger, achtsamer. Manchmal wie in Zeitlupe. Spüre die Tränen der Erleichterung, bis alles ruhig wird in mir. Ganz bewusst schüttle ich alles ab, was mir nicht gut tut. Doch meine menschlichen Gefühle will ich in jedem Falle behalten. Ich will mir kein dickes Fell zulegen, ich möchte nicht innerlich hart werden. In mir sind so viele Fragen und zu wenig Antworten. Wie macht Mann das? Wie geht Mann damit um?

Ich habe keine zufriedenstellenden Antworten für mich. Ich weiß, dass Gefühle kommen und auch wieder gehen. Gott sei Dank. Deshalb werde ich immer wieder gut für mich sorgen und für allen die meine Fürsorge brauchen.

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Ein Kommentar zu Ohnmacht – Wut – Trauer

  1. Ulrich Thierhoff 16. Juli 2016 um 17:47 #

    „… meine menschlichen Gefühle will ich in jedem Falle behalten. Ich will mir kein dickes Fell zulegen, ich möchte nicht innerlich hart werden …“
    Ja, so möchte ich das auch!
    Aber ich kann die von Andreas Schuchert beschriebenen Gefühlswallungen nicht nachvollziehen.
    Ein fürchterliches Verbrechen, ja! Ich kenne sogar den Tatort in Nizza. Vor vielen Jahren sind wir mit unserer damals zweijährigen Tochter dort spazieren gegangen. Jetzt erfahre ich, dass auch viele Kinder dort verletzt und getötet wurden.
    Trotzdem: mein Entsetzen hält sich in Grenzen. Ich kenne keines der Opfer. Und Nizza ist nicht vor unserer Haustür.
    Inzwischen schreckt mich die nächste Meldung auf. Putschversuch in der Türkei. Noch mehr Tote und Verletzte! Sicher auch sehr viele unschuldige Opfer!
    Und was gerade im Irak, in Syrien und im Südsudan passiert, erfahre ich (zum Glück?) gar nicht so genau.
    Ja, ich habe wohl schon längst ein ganz dickes Fell.
    Ich kann die Zahlen der Getöteten und Schwerverletzten rechnerisch erfassen. Ich kenne natürlich den Unterschied zwischen zehn und hundert, aber mein Mitgefühl kann nicht zwischen zehn und hundert Opfern unterscheiden!
    Global gesehen sind Terrorismus und Mord alltäglich! Die Medien nehmen uns schon einiges ab: Was wir nicht erfahren, müssen wir auch nicht bewältigen. Und die Spitzenpolitiker erklären nach jedem Vorfall für uns – geschwind vor der Kamera zwischen zwei Terminen – wie entsetzlich, verabscheuenswürdig und unfassbar das wieder war.
    Klappe – die nächste Nachricht!
    Die Welt ist zu groß für meine Gefühle, im Guten wie im Bösen. Meine Gefühle reichen nur für einen kleinen Kreis, so zu sagen mein Dorf. (Das kann ich natürlich nicht geografisch verorten.)
    „Seit umschlungen ihr Millionen“ ? Leider nur eine Illusion.
    Herzliche Grüße
    Ulrich

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