Rückkehr der Religion

Deutschland: Wir haben seit gut 70 Jahren Religionsfreiheit aber immer mehr ziehen sich von der Kirche zurück, stehen ihr desinteressiert oder gar ablehnend gegenüber. „Umwidmung“ von Kirchen ist Thema der Stunde. Im Gottesdienst trifft sich üblicherweise die Generation 60+. Glockengeläut wird in Frage gestellt und als Lärm kategorisiert…

Sonntag in einer russischen Stadt: Irgendwo läuten immer die Kirchenglocken Nach Jahren des staatlich verordneten Atheismus sind dank Perestroika die Kirchen jetzt gut besucht. Bei den Frauen trifft man alle Altersstufen an. Bei den Männern sind es eher jüngere und mittlere Jahrgänge und – wenn man nach dem Äußeren geht – nicht unbedingt die Oberschicht. Die Bekleidungsvorschriften für die Frauen sind streng: Kopftuch ist Vorschrift und auch die Knie müssen irgendwie verborgen werden. Soweit es ihnen möglich ist, scheinen sie bei der Kleidung etwas wählerisch. Bei den Männern stört hingegen die Trainingshose nicht.

Die Kirchen sind in der Regel prächtig ausgestattet und mit Bildern überfüllt. Vielfach wirken Sie wie Museen, die ihren gesamten Bestand zeigen möchten, obwohl ihnen eigentlich schon der Platz ausgegangen ist.

Die Liturgie wirkt fremd und starr aber der gelegentliche Chorgesang lässt den Besucher Ruhe finden. Das meiste findet hinter der Ikonenwand, dem Bereich der nur den Priestern vorbehalten ist, statt.

Auch die Bautätigkeit ist rege. Von Kirchen mit glänzenden Goldkuppeln und erfahren wir, dass sie vielleicht gerade 10 Jahre alt sind. Auch auf Rohbauten aus Beton, denen erst zum Schluss die typische russische Form übergestülpt wird, trifft man immer wieder.

Viele Fragen bleiben offen, aber man nimmt auch mit viele tiefe Eindrücke zurück nach Mitteleuropa.

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Ein Kommentar zu Rückkehr der Religion

  1. ulrich thierhoff 13. Juni 2018 um 20:53 #

    Unter der Überschrift „Rückkehr der Religion“ beschreibt Wilfried Koch die Rückkehr von vorrevolutionärer Kultur, für die Religion nur nebensächlich ist. Glockenläuten, Chorgesang, Goldkuppeln, Kopftücher, bedeckte Knie und prächtige Bilder machen doch keine Religion aus!
    Die Wörter „Gott“, „Offenbarung“, „Sünde“, „Vergebung“, „Erlösung“ kommen in dem Artikel gar nicht vor. Von dem, was in Russland geglaubt wird, erfahren wir nichts! Dass die Perestroika die Russen zum Glauben gebracht hätte, scheint mir auch fraglich.
    Herzliche Grüße
    Ulrich Thierhoff

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