Schnupfen in Zeiten von Corona

Morgen gehe ich wieder zur Arbeit. Zwei Wochen war ich zuhause – krank geschrieben wegen eines grippalen Infektes mit einer Bronchitis. Normalerweise ein Sache von einer Woche – aber in dieser Zeit ist eben auch das anders. Schon am Karfreitag ging es mir wieder besser – trotzdem waren die Osterfeiertage wie für uns alle ebenfalls anders, einerseits.  Andererseits:  Osternachtsfeier nun eben übers Internet, gleich zweifach. Ostergrüße über den Zaun und am Telefon aber trotzdem waren es Ostergrüße. Mittags kam die Schwiegermutter (Mitte 80) aus dem Nachbarort. Sie war der Meinung nach 14 Tagen freiwilliger sozialer Distanz raus zu müssen. Und das Auto müsse schließlich auch bewegt werden. Gut, dass  wir eine Terrasse haben, mit Platz um einen Abstand zu wahren. Das Mittagessen haben wir beim Stammgriechen geholt- der sich sehr gefreut hat.  Bei allem Respekt vor Verordnungen und Ratschlägen der Mediziner, war es für uns richtig, dass wir zusammen gesessen haben – Isolation macht schließlich auch krank und gilt sogar als Folter.

Die Woche nach Ostern habe ich genossen. Zwar noch krank geschrieben und zuhause konnte ich über das Internet doch das eine oder andere wegarbeiten, mails beantworten und mich mit Kollegen besprechen. Manchmal über mehrere Stunden am Tag – aber mit einer Art Freiwilligkeit, die sogar Spass machte. Für meine Frau beginnt morgen die sechste Woche im Homeoffice. Der Esstisch sieht tagsüber aus wie ein Büro: PC, Tastatur, zwei Bildschirme und dann manchmal auch noch ich mit meinem Laptop.  Zum Glück sind die Kinder längst aus dem Haus.

An den Abenden dann lange Spaziergänge. Wolkenloser Himmel ohne einen einzigen Kondensstreifen am Himmel. Die Autobahn in Hörweite – fast leer. Eigentlich können wir uns nicht beschweren – wenn da nicht die täglichen Nachrichten wären. Trotzdem: Freunde aus anderen Ländern mit denen wir telefonieren oder sonstwie verbunden sind, beneiden uns in Deutschland. Und nun soll es die ersten Lockerungen für die Wirtschaft geben. Die Ansteckungsrate ist gesunken. Der befürchtete Ansturm auf die Intensivbetten ist bisher ausgeblieben, schon wurde Krankenhauspersonal nach Hause geschickt um Überstunden abzufeiern und Urlaub zu nehmen. Und es wird schon darüber nachgedacht, geplante Operationen durchzuführen. Man darf gespannt sein und auch hoffnungsfroh. Es bleibt aber auch zu hoffen, dass über diesen Erleichterungen der Blick nicht verloren geht für die, wo der Virus gerade erst beginnt sich zu verbreiten – in Afrika zum Beispiel.

Morgen gehe ich wieder zur Arbeit – mal sehen, was die Woche bringt.

Wie gefällt Ihnen dieser Beitrag?

  • Sehr gut (1)
  • Gut (10)
  • Geht so (5)
  • Gar nicht (1)
Noch keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar