Singen macht Freude. Singen in Männergemeinschaft erst recht. Also: "Singet, ihr Herren" (nach Psalm 98).

Singet dem Herrn? Singet, ihr Herrn!

Ich habe früher immer gern gesungen, eine Zeit lang auch im Kirchenchor. In den letzen Jahren allerdings kaum noch. Teils wegen mangelnder Gelegenheit, teils wegen fehlender Zeit. So war von mir Gesang irgendwann nur noch einmal im Jahr zu hören: Unterm Weihnachtsbaum im Kreis der Familie. Oder vielleicht noch im Auto, wo mich keiner hören konnte. Was mir recht war, denn ich stellte schon bald fest, dass die einst sichere Bass-Stimme irgendwie „eingerostet“ klang. Nach schepperndem Alt-Männer-Chor, ziemlich grausig! Also lieber schweigen und anderen das Singen überlassen? Bald wäre es soweit gekommen.

Doch vor wenigen Tagen – es war beim katholischen Untermarchtalaler Männertag – beschloss ich, nicht so einfach zu kapitulieren und meldete mich für einen Workshop mit dem Titel: „Gemeinsam singen macht Freude“ an. Und das war so etwas, wie die Wiedergeburt meiner Sangeslust. Denn ich merkte nicht nur rasch, dass es wieder (und immer noch) wirklich Freude macht – wie der Workshoptitel ja auch versprach. Ich fand bald auch, das es eigentlich doch noch ganz gut geht und sich zunehmend auch besser anhört!

Ich habe an diesem sangesfreudigen Männertags-Wochenende viele gute Erfahrungen gemacht:

· Ich darf es mir leicht machen – schließlich hätte es auch anspruchsvollere Workshops gegeben (wie „Männer und Aggression“ oder „Abraham im Christentum, Judentum und Islam“). Aber ja: Ich darf auch einfach nur singen!

· Kraftvolle Männer-Gemeinschaft kommt nicht nur in Gesprächsrunden, beim Schwertkampf oder Pilgern zustande – sondern auch beim Singen. Vielstimmig ist auch stimmig!

· Es ist in Ordnung, wenn meine Stimme nicht mehr so klingt, wie mit 40. Im Chor gleicht sich klanglich Vieles aus und andere Männer ziehen mich da mit, wo ich unsicher in den Tönen werde.

· Und: beim Singen wird der Atem wieder wichtig. Mich neu als atmendes Wesen zu entdecken, war eine weitere wertvolle und ganzheitliche Erfahrung.

Darum habe ich mir vorgenommen, es nicht wieder so schnell zum „Einrosten“ meiner Stimme kommen zu lassen. Klar ist mir dabei: Der Spaß muss Vorrang haben vor der Perfektion!

Ich will mit diesen Zeilen auch andere Männer ermutigen, Ihre Stimme (wieder) zum Gesang zu erheben. Dafür habe ich den Anfang von Psalm 98 etwas umgetextet: Aus „Singet dem Herrn…“ darf von mir aus gerne werden: „Singet, ihr Herrn!“.

Ob in der Badewanne oder in der Kirche ist nicht ganz so wichig. Aber: In der Kirche und gemeinsam klingt es einfach noch schöner!

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