Stein-Gesicht

Dieses Bild gab es neulich zum E-Mail „Fastenimpuls für Männer“ der Katholischen Arbeitsstelle für Männerarbeit in Düsseldorf (wer will, kann sich diesen für die nächsten Wochen  kostenlos abonieren). Ganz andere Asoziationen hat dieses Bild bei mir ausgelöst, als die dort beschriebenen.
Ein (vermutlich) Männergesicht in Stein gehauen, eingesperrt und unter Druck von oben, unten und von rechts. Positiv „beschützt“ kann man Angesichts dieses Bildes eigentlich nicht sagen. Die weit aufgerissenen Augen und der Mund schauen nicht ganz so fröhlich in die Gegend. Es fehlen auf dem Bild außerdem die Arme und Beine, der restliche Körper und damit die Möglichkeiten, diese Steine ggf. beiseite zu schieben. Das Gesicht/der Kopf alleine, kann dies nicht.
Männer unter Druck und gefangen in unverrückbaren Zwängen, eine für Männer bekannte Situation. Egal ob durch äußere, berufliche, familiäre Zwänge und Verpflichtungen oder innnerliche, selbst verschuldete, zu lange ignorierte, durch zu viele „Leichen im Keller der eigenen Person“, durch andere oder durch das Schicksal mir aufgebürdete „innere Gefängnisse“. Man kommt einfach nicht raus.
Man sieht zwar raus und kann so am Leben teilnehmen und die anderen sehen mich, der ich am Fenster stehe, aber sie sehen nicht hinein in meine Gefangenschaft. Ich müsste mich äußern, von mir reden, müsste mit Gott reden, ihm die Dinge hinhalten im Gebet und dann ein wenig zurück treten und sehen, was sich verändert. Denn so zu leben macht Männern keinen Spaß – und endet manchmal im sog. burn out bzw. in der Depression. Löst Gott mein Gefängnis auf, schiebt er die Steine beseite? Ostern – das nach der Fastenzeit folgt – vermittelt uns diese Botschaft. Ja, das Grab von Jesus Christus wird gesprengt, der Weg für ihn geht weiter, die Kraft der Gefangenschaft im Tod ist nicht unüberwindlich. Wo unsere Männerkräfte enden – sind Gottes Kräfte noch nicht am Ende. Wo uns Gefängnisse äußerlich und innerlich gefangen halten, wird es Wege geben, die daraus heraus führen. Darauf zu vertrauen und es Gott zu zu muten dass er weiter hilft, wie auch immer, ist Glaube.

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