„Thin Places – Dünne Orte

Im vergangenen Sommer hat mich ein Studienfreund für einen Tag besucht. Als wir überlegt haben, was wir unternehmen könnten, habe ich mich nach kurzem Nachdenken für den Besuch einer Kirche in der Nähe von Crailsheim entschieden.
Dort hat der schwäbische Maler und katholische Priester Sieger Köder die Kirchfenster gestaltet. Vor vielen Jahren bin ich mal mehr oder weniger zufällig auf einer Radtour an dieser Kirche vorbeigekommen. Seither zählt sie für mich zu den „thin places“ meiner geistlichen Reise.
„Thin Places“ – das waren nach dem Verständnis der irischen und schottischen Mönche besondere Plätze oder Orte, an denen Gott näher war (oder zu sein schien) als anderswo. Ob das theologisch haltbar ist oder nicht? Auch ich kenne in meiner Glaubensbiografie Orte, an denen sich Gott mir in besonderer Weise gezeigt hat oder die für meine eigene geistliche Entwicklung eine wichtige Rolle gespielt haben: das Münster von Hameln, ein Landstrich in England, eine Location in Marburg, ein Moor in der Nähe von Hannover, ein Kloster im Markgräflerland. Sie spielten und spielen in meinem Leben eine wichtige Rolle denn: Gott schien mir da „näher“, der Kontakt zu ihm fiel oder fällt mir dort leichter. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass geistliche Aufbrüche aus längst vergangenen Zeiten dort noch immer weiterwirken. Das Glauben fällt mir dort irgendwie leichter und wird tiefer. Mir ist, als wird man dort mit hineingezogen in seine Gegenwart.
Auch wenn sich Gott in der Bibel nur selten an Plätze und Orte gebunden hat glaube ich dass es ein kleiner Schatz ist, hier auf der Erde Orte und Männer zu finden die es einem als Mann leichter machen, an Gott, den Vater zu glauben, ihm innerlich näher und mit ihm ins Gespräch zu kommen.
Würden Sie dies auch so sehen? Mich würde Ihre Meinung interessieren. Nützen Sie doch die „Bewertung“ oder noch besser, die Kommentarfunktion hier gleich anschließend, danke.

Andreas Niepagen

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Ein Kommentar zu „Thin Places – Dünne Orte

  1. Ulrich Thierhoff 23. Oktober 2018 um 15:09 #

    Was fällt mir zu diesem Beitrag ein?
    Professionelle Touristik-Werbung sieht so aus. Passend für die Wochenend-Ausgabe der Zeitung, Hier fehl am Platz!
    „Der Geist weht wo er will.“ Man kann ihm nicht hinterherreisen
    Ulrich Thierhoff

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