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Vater-Tag!

Am Donnerstag der nächsten Woche, dem 30. Mai, feiern wir das Fest Christi-Himmelfahrt.

Im Dorf, in dem ich aufgewachsen bin nannte man es „Vater-Tag“, vermutlich als Ergänzung zum „Muttertag“. Aber es waren weniger die Väter, sondern wir jungen Männer, die mit einem Fässle oder einem Kasten Bier auf dem Leiterwagen, ins Grüne gezogen sind. Wir haben irgendwo an einer Feuerstelle Würstchen gebraten und das Leben genossen. Und eine Grillwurstfabrik hat heute morgen im Radio auch in diesem Sinne Werbung gemacht…

Mein Vorschlag ist – und manche Väter machen das längst – wirklich einen Vater-Tag zu feiern. Mit den Kindern. Im Grünen, draußen in der Natur.

Außer manchen Krankenpflegern und Ärzten, Lokomotivführern und Zugbegleitern, Köchen und Kellnern, Busfahrern und Polizisten, haben viele Väter frei an dem Tag. Draußen löst der Sommer den Frühling ab. Also: Nichts, wie raus! Über  Felder, Wiesen und durch die Wälder. An den Bach oder auf einen Berg.
Keine Gewaltstouren, sondern kindergerecht. Mit viel Zeit zum Spielen. Fußbälle, Federballschläger, Augenbinden, Eimerle und kleine Schaufeln, usw. passen locker in einen Rucksack. Der Rest findet sich draußen.

Dazu Würstchen, Gurke, Paprika und Brot. Auch Feuerstellen gibt es mittlerweile überall – und wenn nicht gerade vor Waldbränden gewarnt wird, weil das Wetter zu trocken war, brennt dort schnell ein Feuerchen.

In manchen Städten gibt es organisierte Väter-Treffpunkte am Vater-Tag. Aber ehrlich gesagt: Du kannst das auch selber. Und wenn Du noch ein paar andere Väter ansprichst, ob sie mit machen, umso besser! Gemeinsam macht es oft mehr Spaß. Auch die Kinder mögen es, wenn noch andere Kinder dabei sind.

Und wenn es regnet? Meine große Tochter, die vor zwei Wochen selber Mama geworden ist, erzählt immer mal, wie wichtig ihr unsre Regenwanderungen waren. Mit Gummistiefeln, Matsch-Hose, Ostfriesennerz und Regenschirm… Pfützen erkunden, Schnecken beobachten, sich freuen, wenn‘s doch mal aufhört zu regnen. Trockene Plätze zum Vespern gibt es mehr, als man denkt: Schutzhütten im Wald, Bushaltestellen, unter Brücken und Vordächern, … und wenn es keinen Spaß mehr macht? Heim und einen warmen Kaba trinken!

 

P.S.: Die Väter-Lücken in unserer Kultur sind noch lange nicht geschlossen. Viel mehr tun sich daneben auch noch Mütter-Lücken auf. Also: Wenn Mama Lust hat, darf sie auch mit zum Vatertags-Ausflug.
Die Dogmatik überlassen wir den strengen Feministinnen ;o)

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2 Kommentare zu Vater-Tag!

  1. Avatar
    Ulrich Thierhoff 26. Mai 2019 um 13:55 #

    Der Beitrag von Tilman Kugler fand meine Zustimmung. Es ist natürlich immer eine gute Idee, einen Ausflug mit den Kindern zu unternehmen. Gut für die Kinder und gut für die Väter. Trotzdem habe ich, als ich den Beitrag gelesen hatte, nicht auf „sehr gut“ getippt sondern nur auf „geht so“.
    Warum?
    Tilman Kugler möchte einen „wirklichen“ Vatertag feiern, aber offenbar verwechselt er da was. Am Vatertag denken wir Erwachsenen dankbar an unseren eigenen Vater zurück. Wer das Glück hat, dass der noch lebt, drückt ihm die Dankbarkeit persönlich aus. Unseren Freunden, die Väter sind, gratulieren wir an diesem Tag.
    Und die heranwachsende Generation sagt auf irgendeine Art: „Danke Papa, dass es dich gibt!“

    Natürlich kann man an diesem Tag auch einen Ausflug unternehmen, aber dazu sind auch alle anderen Tage im Jahr gut!
    Der Vatertag ist kein Vaterverpflichtungstag sondern ein Vaterehrentag.
    Mit herzlichen Grüßen Ulrich Thierhoff

  2. Avatar
    Tilman Kugler 30. Mai 2019 um 13:49 #

    Na, so streng würde ich das jetzt nicht sehen!

    Ich denke, es hat beides seinen Platz an einem „Vatertag“.Das Vatersein hat eben die zwei Richtungen: Den eigenen Vater – und das Kind bzw. die Kinder, deren Vater Du bist.
    Vorgestern hatte ich einen Väterabend in einer Kindertageseinrichtung zum Thema „Mit Freude Papa“. Und dort kam seitens der teilnehmenden Väter deutlich zur Sprache, dass es Vätern gut tut, wenn sie in ihrem Bestreben, ihre Rolle im Zusammenspiel in der Familie ernst zu nehmen, unterstützt werden. Manche fühlen sich da immer noch ein bisschen als Exoten. Auch wenn die Zahl der Elterngeldbezieher in den letzten Jahren bedächtig angestiegen ist: 2015 waren es 21%, 2018 knapp 24%. Das ist erfreulich – aber es ist auch noch Luft nach oben. Und die gilt es Schritt für Schritt zu füllen.

    Aber da sind wir uns vermutlich einig.

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