Josef, der Super-Papa!

Von Super-Papas unter Tieren (und Menschen)

Heute berichte ich gerne von einer zauberhaften und zugleich unterhaltsamen Naturdoku, die gestern im TV-Programm 3sat lief: „Tierische Super-Papas“ hieß der Film, den man in der 3sat-Mediathek auch unter dem Link http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=63616 sehen kann.

Von Seepferdchen erfuhr man da, dass sie sich um ein Naturgesetz wenig scheren: Als einzige Art im Tierreich bringen nicht die Mütter, sondern die Seepferdchen-Väter den Nachwuchs zur Welt. Auch männliche Rosa-Flamingos sind enorm emanzipiert, weil sie ganz selbstverständlich alle Aufgaben der Aufzucht gleichberechtigt mit ihrer Partnerin teilen, vom Ausbrüten des Eis bis zum Flugunterricht des Jung-Flamingos. Und dies waren längst nicht die einzigen Vorzeige-Väter aus dem Film. Die preisgekrönte Naturdokumentation hielt für mich noch so manches überraschende Rollenbild tierischer Vaterschaft bereit: Der Rote-Springaffen-Mann war bei der aktiven Aufzucht seines Nachwuchses zu beobachten. Oder Bieber wurden gezeigt, die hingebungsvoll vorbildliche Höhlen zum Schutz der ganzen Familie bauen. Auch dass Wölfe aufmerksame Babysitter sind, war mir neu. Und die Männer der Berberaffen gar nehmen es mit dem biologischen Vater-Nachweis nicht ganz so genau: Jedes Männchen der Sippe übernimmt die Vaterrolle nach dem Zufallsprinzip – Hauptsache, das Jungtier hat eine männliche Bezugsperson.

Und bei uns Menschen? Ich will hier eine Lanze brechen für die zahlreichen Super-Daddies, die es nämlich heute – aller Negativberichte zum trotz – auch unter uns Männern gibt: Väter, die ohne zu klagen täglich die wirtschaftliche Existenz ihrer Familie durch ihre Arbeit sichern. Ganz zu schweigen, von denen, die sich darüber hinaus noch aktiv an Kinderbetreuung und Haushalt beteiligen, ohne je von einer Doppelbelastung zu sprechen. Und wie viele Männer gibt es, die ihren Kindern durch erlebnisreiche Unternehmungen etwas ermöglichen, was oft nur Väter bieten können (z. B. Übernachten im Zelt mit Lagerfeuer, Kanufahrten auf einem Fluss oder See u.v.m.)?

Auch wenn wir heute gerne vom „neuen Vater“ reden: Solche Väter, die im Stillen, aber effektiv altruistisch handeln, gab es schon immer. Bestes Beispiel ist der Josef aus dem Weihnachtsevangelium. Er wird zwar auf Bildern meist als einer gezeigt, der im Hintergrund bleibt. Doch allein die Entscheidung, zu seiner Frau zu stehen, die ein Kind erwartet, dass (da ist er sich sicher) nicht von ihm sein kann, verdient Respekt. Und er organisiert den (wegen der Volkszählung notwendigen) Marsch mit einer Schwangeren auf einem Esel nach Bethlehem perfekt. Nach der Geburt des Kindes sorgt er für ein Dach über dem Kopf und behagliche (Stall)Wärme, aber sicher ebenso für ausreichende Ernährung von Mutter und Kind. Als er von den Knabenmord-Absichten des Herodes erfährt, kümmert er sich um die Flucht und nimmt dabei alle Gefahren auf sich: Wahrlich ein Super-Papa, dieser Mann Josef!

Deshalb wünsche ich besonders allen Vätern heute frohe Weihnachten im Kreis ihrer Familien!

Wie gefällt Ihnen dieser Beitrag?

  • Sehr gut (0)
  • Gut (0)
  • Geht so (0)
  • Gar nicht (0)

Noch keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar