Was bleibt?

In meinem Schrank habe ich die Terminkalender all meiner Berufsjahre gesammelt. Sie waren die treuen Begleiter in den jeweiligen Jahren. Termine, Projekte, Pläne, Namen, Adressen, aber auch private Vorhaben sind darin zu finden. Wehe, ich hätte einen solchen Kalender einmal verloren. Jetzt sind die Kalender fein säuberlich aufgestapelt. Und ich frage mich, was hat große, bleibende Bedeutung. Gewiss, da gibt es so manche berufliche Großtaten, aber in einigen Jahren sind auch die vergessen und ich merke selber, wie ich mich an Manches, was einmal so wichtig war, kaum noch erinnern kann. Anders ist es mit der Vollmondnacht, die ich vor ein paar Jahren erlebt habe, mit dem Regenbogen, der mich auf einer Insel überrascht hat, mit der Geburt meiner Kinder, mit dem ersten Kuss, mit den Freunden, die mich ein Leben lang begleiteten, mit dem Tod eines geliebten Menschen, mit meinem „Hausberg“ auf den ich so oft gestiegen bin, mit dem Unfall, den ich durch ein Wunder überlebt habe.
Seltsam – von all dem steht nichts in meinen vollen Terminkalendern. Was bleibt, sind die großen und kleinen Wunder und Geschenke, die wir auf unserem Weg erleben. Sie graben sich in unser Leben und Gedächtnis ein und bleiben in „Ewigkeit“. „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ (1.Kor 13,13)

Markus Herb (aus dem Geburtstagsgeschenkheft der Agentur des Rauhen Hauses: Markus Herb, Was uns trägt)

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