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Was steckt hinter der Wut?

Männer und Gefühle (3)

Wut. Was für ein spannendes Gefühl. Voller Adrenalin,  energiereich und explosiv. Mich so voll und geladen, mit männlicher Kraft zu fühlen, ist das nicht herrlich? Da bin ich lebendig und voll da. Doch Achtung, was mache ich denn mit diesem satten Gefühl? So wie ich „geladen“ bin – jetzt brauche ich erst einmal einen ruhigen Platz.

Gefunden. Jetzt runter kommen. Atmen. Bis zehn zählen. Langsam wiederhole ich in Gedanken das Erlebnis, dass mich so wütend und ärgerlich gemacht hat. Dann schreibe ich los, so wie es gerade aus mir herauskommt. Vor einigen Wochen habe ich meine Gedanken dazu im Blog mit der Geschichte „Wut tut gut!“ veröffentlicht. Das war nicht immer so bei mir. Da habe ich länger experimentiert, was für mich passen könnte. Keine Frage, wenn ich wirklich direkt beteiligt bin geht das so nicht. In diesem Fall, war es so, dass der Satz, „ du bist ja kein Mann…“, nicht mir gegolten hat. Doch weshalb hat mich das überhaupt so wütend und ärgerlich gemacht? Könnte da vielleicht etwas anderes hinter meiner Wut stecken?

Jawohl, es gibt einige Gefühle hinter meiner Wut. Wut ist oft eine Verschiebung anderer, tieferliegender Gefühle. In der Fachliteratur habe ich dazu entdeckt, dass Männer sogar Wut selbst produzieren, damit die ursprünglichen Gefühle (die also hinter der Wut stecken) nicht gespürt werden müssen. Zu diesen Gefühlen gehören Hilflosigkeit, Trauer, Kränkungen, Verletzlichkeit… Für Männer echte schwere Brocken. Also die Frage: „Was steckt hinter meiner Wut“, kann mich ein echtes Stück weiterbringen! Mir selbst eingestehen, dass ich verletzt worden bin, mir jemand sehr weh getan hat, mich gekränkt hat, ist nicht einfach. Und dann vielleicht noch gegen eine wortgewaltige Frau ankommen, die mich verbal abgebügelt hat, ist wirklich mächtig. Da bleibt mir erstmal die Luft weg! Da brauche ich Zeit, um mit mir selbst ins Gespräch zu kommen. Ein Selbstgespräch mit meiner Wut, finde ich eine gute Idee. Eine Anregung dazu habe ich in der Männerzeitschrift MOVO, Ausgabe 04/2017 gefunden (Die Wut im Mann). Und wenn ich dann noch einen guten Freund, oder eine Männergruppe habe der ich mich anvertrauen kann, bin ich gut unterwegs. Darüber offen reden tut gut – und verändert meine Wut!

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Ein Kommentar zu Was steckt hinter der Wut?

  1. ulrich thierhoff 15. Januar 2018 um 8:54 #

    Ich finde es nicht schön, dass Andreas Schuchert hier Werbung für eine profeministische „Männerzeitschrift“ macht.

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