Was steht vorne?

In meinem Sommerurlaub habe ich in Rotterdam Halt gemacht. Eine extrem multikulturelle und architektonisch imposante Stadt an der Maas, so mein Eindruck. Sie ist die größte Hafenstadt Europas und aller Sprit (Benzin, Diesel, Heizöl …) das wir hier ind er BRD brauchen und verfahren, wird dort raffiniert. Kilometerlange Raffinerien aller Mibneralölgesellschaften und Spritdepots en masse, unvorstellbar.
In der Stadtmitte, auf dem Straßen-/U-Bahn-Bahnhof, schaute ich mich um. Mein Blick blieb an diesem „Bild“ hängen. Zunächst nichts außergewöhnliches: ein Riesenrad wie jetzt auf dem Cannstatter Wasen auch zu sehen, dahinter eine Kirche. Zumindest der Kirchturm ist sichtbar. Das Riesenrad im Vordergrund ist viel deutlicher sichtbar als der Kirchturm, und viel größer – so scheint es. In Wirklichkeit war es aber nicht so. Nur weil es eben vorne steht scheint es so. Eine optische Täuschung.
Was sehen, hören, wir Männer tagtäglich nicht alles „im Vordergrund“? Was drängt sich da buchstäblich so auf, dass man es gar nicht übersehen, überhören, beiseite schieben kann, obwohl es in dem Moment für mich gar nicht wichtig ist? Ich selber bin in diesem Moment nicht eingestiegen ins Rad und habe eine Runde gedreht. Es war mir nicht wichtig.
Was dagegen ist tagtäglich „im Hintergrund“ meines Männerlebens und Mann muss genau hin schauen, dass man es im Getriebe des Alltags nicht übersieht? Ist es vielleicht sogar „größer und wichtiger“ als das Vordergründige und wird doch oft übersehen, weil keine Zeit bleibt genau hin zu sehen, in mich hinein zu fühlen, hintergründiges wahr zu nehmen, zwischen den Zeilen zu hören, der leisen Stimme Gottes und des Gewissens zu folgen?
Klar, ohne mein Dazutun wird mein Leben sich nicht von alleine auf das Hinter-Gründige ausrichten. Klar, Männer und Glaube, Männer und Kirche (bzw. Gemeinde) ist des öfteren ein schwieriges Kapitel. Aber ohne Kirche bleibt nur noch das Riesenrad im Bild. Und ohne Männer, bleibt Kirche nicht.

Stephan Burghardt, Männerreferent

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