Was zu erwarten war …

Neulich bei uns zu Hause. Es war einer dieser entspannten Frei-Tage (also arbeitsfreien Tage). Da kam ich auf die verwegene Idee, meinem Filius das Spiel RISIKO nahezubringen. 12 Jahre alt, durchaus das geeignete Alter, um sich die Welt „untertan“ zu machen.

Dank einer guten Ausgangposition waren Südamerika und Australien schnell erobert und mehr und mehr befestigt. Afrika lässt sich hingegen nur schwer halten, ganz zu schweigen von Europa mit seinen gefühlt 12 Außengrenzen. Schließlich und endlich kam es, wie es kommen musste: Seine Chancen sanken zunehmend und am Ende standen Ärger, Enttäuschung und die Wut. Was zu erwarten war …
Irgendwie tat er mir leid. Und doch … andererseits finde ich es wertvoll den Umgang mit solch schwierigen Gefühlen nicht nur dem Kosmos Schule zu überlassen. Insofern ist RISIKO nicht nur ein weltbekanntes Spiel, sondern es hilft auch, über solche Gefühle ins Gespräch zu kommen. Brettspiele wie dieses oder wie MONOPOLY sehe ich als große Chance, meine beiden Jungs auf die Welt der Jungs- und Männerspiele einzuführen (um hier einfach mal ein bisschen pauschal zu werden). Hier ist Aggression und Konkurrenzkampf, Wettstreit und Kampf erlaubt aber in engen, klar definierten Grenzen. Manche Zeitgenossen – auch Christen – lehnen diese Spiele als kriegstreiberisch oder kapitalistisch ab. Das tue ich nicht, auch wenn ich deren Gründe verstehe.
Für mich überwiegen hier die Vorteile. Meine Jungs können hier im kleinen verstehen wie große Teile der Welt ticken. Und sie können lernen, dass sie nicht immer erster sein werden. Wie sie dann mit diesen (Ohnmachts)Gefühlen umgehen, will ich ihnen gerne zeigen. Denn das ist wirklich VaterSache.

Andreas Niepagen

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Ein Kommentar zu Was zu erwarten war …

  1. Sabine Eitner 25. September 2018 um 16:27 #

    Es berührt mich, weil ich mich davor gedrückt habe, die Reaktionen auszuhalten. Es freut mich zu lesen, wie du damit umgehst. Das wird die Kids stärker machen. Weiter so. LG M.

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