Weihnachtsferien – ein wehmütiger Blick zurück

Ich liebe diese Weihnachtsferien, die für uns als Familie tatsächlich Familienurlaub bedeuten. Mal tatsächlich als Familie ausschlafen. Die Mahlzeiten etwas flexibler gestalten. Und bei den Fernsehzeiten nicht so genau auf die Uhr schauen, wenn es sich lohnt. Gemeinsam mit den Kindern den einen oder anderen Lieblingsfilm schauen und über die immer gleichen Szenen herzhaft lachen. Es sind manchmal zugegebenermaßen auch Tage dabei, die manchmal an der Grenze zur Langeweile kratzen. Denn manchmal hat mal Ende Dezember/Anfang Januar das Gefühl, unsere ganze Region würde Winterschlaf halten.

Einer der Renner zu Weihnachten war das „Spiel des Lebens“. Die Kleine (8 Jahre) hat’s bekommen, der Große (13 Jahre) könnte es ständig spielen. Am liebsten nur die Bank machen. Die Spielidee ist, gute Entscheidungen zu treffen (Lehre oder Studium), Berufswahl, Hauskauf – ja oder nein, Geldanlage … Am Ende bleibt die Frage nach Altersruhesitz und erwirtschaftetem Kapital. Da geht man auch mal mit 1,5 Mio. Vermögen in die Rente. Fast wie im richtigen Leben.
Was ich krass und überraschend zugleich finde ist der schonungslose Über-Blick aufs ganze Leben. Am Anfang liegt alles offen und unentschieden vor einem. Alle haben die gleichen Startbedingungen. Dann, mit der Zeit, differenziert sich das Feld aus: Manche sind schnell unterwegs, andere langsam. Die Berufe (Online-Game-Designer oder doch Arzt?) sorgen für ein zugegebenermaßen gewisses Neidgefühl wenn es jeweils zum Zahltag kommt. Und irgendwann die eine oder andere unvorhergesehene Überraschung. Ja, das Leben ist bunt.

Drei Gedanken, die mir dazu gekommen sind:
Erstens: Es ist gut, dass meine Kinder diesen Über-Blick auf das Leben spielerisch angeboten bekommen. Denn nie war es so nötig, Entscheidungen treffen zu müssen, wie heute. Es ist geradezu zu einer Schlüsselkompetenz geworden. Dadurch ist die Selbststeuerungsmöglichkeit des eigenen Lebens heute auch so hoch. Das muss man im heranwachsenden Alter lernen. Da hilft ein Blick aufs Ganze, den Kinder freilich so noch nicht haben. Aber ich glaube trotzdem, dass er hier spielerisch als theoretisches Modell weiterhilft.
Zweitens: Es ist gut, zwischen den Jahren und vor großen Entscheidungen Bilanz zu ziehen: Wo geht die Reise – für mich – für meine Kinder – für meine ganze Familie hin? Was soll so weitergehen? Was muss sich ändern? Wo wollen wir wie steuernd eingreifen? Und was kann weg? Auch weggeworfen, weggegeben, weitergegeben werden, weil es uns hindert, belastet, an Vergangenes unangenehm erinnert? Solche Bilanzierungen mache ich bei der Arbeit nach jedem Projekt, vor allem nach den sich wiederholenden. Diese Zeit zwischen den Jahren kann uns Männern helfen, das eigene Leben gut zu gestalten, Ehe und Familie gut weiter zu führen.
Drittens: Das Leben besteht mehr als nur aus Geld und wirtschaften. Geld macht das „Herz nicht warm“. Begegnungen machen das Leben reich. Erlebnisse mit Freunden geben mir Erinnerungen die ich lange, vielleicht lebenslang in mir trage. Der „Umgang“ mit Jesus Christus, meinem Erlöser, durch Bibellesen, Singen, Beten, Stille, tun es auch und gibt mir heute schon die Gewissheit sinnvoll zu leben.

Andreas Niepagen

Wie gefällt Ihnen dieser Beitrag?

  • Sehr gut (7)
  • Gut (6)
  • Geht so (0)
  • Gar nicht (0)

, ,

Noch keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar